Hamburg (dpa/lno) - Die Wohnung der Pflegeeltern der an einer Methadon-Vergiftung gestorbenen elfjährigen Chantal aus Hamburg war nach Ansicht von drei Zeugen verwahrlost. Die Räume seien düster, beklemmend und extrem unordentlich gewesen, erklärten zwei Polizisten und eine Polizistin am Donnerstag vor dem Hamburger Landgericht. Die Beamten waren nach dem Tod des Mädchens im Januar 2012 als erste in der Wohnung im Stadtteil Wilhelmsburg. In der Küche hätten sich Essensreste und dreckiges Geschirr gestapelt, Medikamente seien im Kühlschrank frei zugänglich gewesen.

Die Pflegeeltern sind wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht angeklagt. Eine leibliche Tochter der Angeklagten, die am Donnerstag vor Gericht befragt werden sollte, verweigerte die Aussage.