Hamburg (dpa/lno) - Die an einer Methadon-Überdosis gestorbene Chantal hätte nach Angaben eines Rechtsmediziners bei rechtzeitiger Behandlung noch gute Überlebenschancen gehabt. Nach früherer Schilderung der Anklage ließ der Pflegevater die Elfjährige am 16. Januar 2012 alleine in der Wohnung in Hamburg-Wilhelmsburg zurück, obwohl Chantal übel war. Das Kind hätte überlebt, wenn er morgens um 6.00 Uhr Chantal wachgehalten oder den Arzt gerufen hätte, sagte Rechtsmediziner Klaus Püschel am Montag vor dem Landgericht Hamburg. "Ich habe keine Zweifel, dass das Kind auch um 11.00 Uhr noch überlebt hätte." Am Nachmittag war Chantal dann an einer Überdosis Methadon gestorben. Die Pflegeeltern sind wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht angeklagt.