Hamburg (dpa/lno) - Die SPD in Hamburg hat eine Debatte über öffentlichen Alkoholkonsum angestoßen. "Wenn es zum Beispiel ab 15 Uhr bis in die Nacht ein Verbot für den Verkauf von Alkohol gäbe, dann würde sich das sicherlich auf die Präsenz der Trinkerszene auswirken", sagte der Leiter des Bezirksamts Mitte, Andy Grote (SPD), dem "Abendblatt" (Dienstagausgabe). Grote bezog sich vor allem auf die Stadtteile St. Georg und St. Pauli. Auch der SPD-Fraktionschef im Bezirk Mitte, Falko Droßmann, unterstützte ein zeitlich und räumlich geregeltes Verbot.

Bei der Opposition traf der Vorschlag auf harsche Kritik. Kersten Artus von der Linken sprach von einem schlechten Silvesterscherz. "Dass Grote ausgerechnet zu Silvester, einer der Hochzeiten öffentlichen Trinkens, mit einem derart absurden Vorschlag kommt, sagt einiges über die ordnungspolitischen Wahnvorstellungen des Bezirksamtschefs aus", sagte Kersten am Dienstag. Das Vorhaben sei dumm und aus gesundheitspolitischer Sicht inkonsequent.

Auch die CDU wies die Idee zurück. Stattdessen solle der Bezirkliche Ordnungsdienst wieder eingeführt und die Polizei besser ausgestattet werden, um gegen das Problem der Verwahrlosung vorzugehen, sagte der Bürgerschaftsabgeordnete Christoph de Vries. Es könne nicht sein, dass Hamburger und Touristen durch "unausgegorene Pläne der SPD massiv eingeschränkt werden sollen".

Bericht "Abendblatt"