Hamburg (dpa/lno) - Die Braunschweiger Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier (46) erhält den mit 300 000 Euro dotierten Ernst-Jung-Preis für Medizin. Das gab die Hamburger Jung-Stiftung am Donnerstag bekannt. Die Französin sei Mit-Entdeckerin eines Ansatzes, der langfristig die Möglichkeit zur individualisierten Therapie von Erbkrankheiten oder Infektionskrankheiten wie Aids in Aussicht stelle, hieß es zur Begründung. Dabei geht es um eine Methode, die die gezielte Abschaltung oder auch Korrektur fehlerhafter Gene ermöglicht. Die aus Frankreich stammende Wissenschaftlerin forscht am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und ist auch Humboldt-Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Einen Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung in Höhe von 210 000 Euro vergibt die Stiftung an den Behzad Kharabi Masouleh (34), Assistenzarzt am Klinikum Aachen. Der gebürtige Iraner untersucht Signalstrukturen von Stammzellen, die ein Wiederauftreten von Leukämie (Blutkrebs) und damit therapeutische Misserfolge bedingen.

Mit der Ernst-Jung-Medaille für Medizin in Gold würdigt die Stiftung das wissenschaftliche Lebenswerk des Münchner Zellbiologen Walter Neupert. Der 75-Jährige ist emeritierter Professor für Physiologische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität und seit 2008 am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried tätig. Mit der Medaille verbunden sind 30 000 Euro für einen Nachwuchsforscher, die der Preisträger vergeben kann.

Die Auszeichnungen werden am 8. Mai in Hamburg vergeben. Stiftungsgründer und Mäzen Ernst Jung (1896-1976) war ein Hamburger Ölunternehmer und Reeder. Am 8. Januar, seinem Todestag, werden alljährlich die Preisträger bekanntgegeben.

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