Hamburg (dpa/lno) - Neun Jahre Haft wegen Totschlags und Unterbringung in einer Psychiatrie hat die Hamburger Staatsanwaltschaft für einen 50-Jährigen gefordert, der seine Partnerin zu Tode gequält haben soll. In ihrem Plädoyer vor dem Landgericht warf die Anklagevertreterin dem Mann am Mittwoch vor, seine 39-jährige Lebensgefährtin ans Bett gefesselt und ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen zu haben. Erst Stunden nach der Tat im Juli 2014 war die von Alkohol und Schlafmitteln betäubte Frau am eigenen Blut erstickt. Das Urteil wird am Dienstag (20. Januar) erwartet.

Der Verteidiger Arne Dahm forderte in seinem Plädoyer, unter dem Strafmaß von neun Jahren zu bleiben. Außerdem solle das Gericht auf die Einweisung des Mannes in die Psychiatrie verzichten.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte soll nach der Tat in der gemeinsamen Wohnung erst einen Kaffee getrunken haben, statt Hilfe zu holen. Dass er aus ihrer Sicht wegen Totschlags und nicht wegen Mordes verurteilt werden sollte, begründete die Anklagevertreterin mit psychischen Störungen, an denen der Mann leide. Dazu zählten seine geringe Intelligenz und eine sogenannte seelische Abartigkeit. Spätestens nachdem er der asthmakranken Frau mehrfach Wäsche aufs Gesicht gedrückt habe, habe er jedoch gewusst, dass sein Opfer sterben könnte.