Hamburg (dpa/lno) - Die Umweltorganisation Nabu hat mit dem Boykott einer Bewerbung Hamburgs für Olympische Sommerspiele gedroht. "Wenn der Senat und die Olympia-Betreiber weiterhin nur von Nachhaltigkeit reden, die Natur- und Umweltperspektive im Zweifel aber übergehen, werden wir die Bewerbung nicht unterstützen", kündigte Nabu-Chef Alexander Porschke am Donnerstag in Hamburg an.

So seien etwa die großen Umweltverbände zum "Olympia-Gipfel" mit 40 Vertretern aus verschiedensten Bereichen am Mittwoch gar nicht erst eingeladen worden, kritisierte Porschke. "Wie Hamburg mit besonderer Nachhaltigkeit werben will, wenn man die Hamburger Vertreter der ökologischen Perspektive gar nicht erst an den Tisch holt, ist mir schleierhaft."

Hinzu komme, dass der bei dem Gipfel vertretene Unternehmensverband Hafen Hamburg bereits wiederholt gefordert hat, zur Verlagerung von Flächen das Hafenerweiterungsgebiet in Moorburg in Anspruch nehmen zu wollen. Für den Nabu komme das nicht infrage: "Eine Erweiterung des Hafens nach Moorburg lehnen wir aus ökologischen Gründen strikt ab."

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 21. März, ob Deutschland mit Hamburg oder Berlin in das Bewerbungsrennen für 2024 ziehen wird. Zuvor will er Meinungsumfragen in den Städten abhalten.