Hamburg (dpa/lno) - Der Bundestagsabgeordnete Rüdiger Kruse hat kurz vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden in Hamburg seine Kandidatur für das höchste Parteiamt zurückgezogen. "Es macht keinen Sinn, um die Führung zu kämpfen, wenn dies letztlich eine Spaltung in der Partei zur Folge hätte", erklärte der 53-Jährige am Freitag. Für die Zukunft der CDU müsse die Einheit der Partei oberste Priorität haben. Beste Chancen für den Vorsitz hat somit der frühere CDU-Fraktionsvize Roland Heintze. Er und Kruse hatten am selben Tag vor einem Monat ihre Kandidatur angekündigt und galten als gleichstarke Aspiranten auf das Amt bei der Wahl Ende März. Der bisherige Parteivorsitzende Marcus Weinberg war wegen des miserablen CDU-Ergebnisses von nur 15,9 Prozent nur wenige Tage nach der Bürgerschaftswahl zurückgetreten.

Der 41 Jahre alte frühere Fraktions-Haushaltsexperte Heintze hatte bei der Wahl am 15. Februar überraschend den Wiedereinzug in die Bürgerschaft verpasst. Anders als Kruse - er wollte der CDU nach dem Wahldesaster als Parteichef weder einen "Stuhlkreis" noch eine "therapeutische Gruppensitzung" verordnen - setzt Heintze auf eine "echte Aufarbeitung mit vernünftigen Schlüssen". Kruse, seit 2011 Parteivize, will Heintze nun unterstützen: "Mit André Trepoll als dem Fraktionsvorsitzenden, Roland Heintze als möglichem Landesvorsitzenden und mir als Landesgruppenvorsitzendem der CDU-Abgeordneten im Deutschen Bundestag sehe ich die Partei gut aufgestellt."