Hamburg (dpa/lno) - 50 Jugendliche aus Frankreich, Italien, Polen, den Niederlanden und Deutschland treffen sich heute in Hamburg zu einem Workshop in der Gedenkstätte für die Kinder vom Bullenhuser Damm. Sie werden über ihre Recherchen in den Heimatländern der 20 jüdischen Kinder berichten, die SS-Männer wenige Tage vor Kriegsende im Keller einer ehemaligen Schule ermordeten.

Ein SS-Arzt hatte die Jungen und Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren im November 1944 von Auschwitz in das KZ Neuengamme bringen lassen, um an ihnen medizinische Versuche mit Tuberkulose-Erregern zu machen. Kurz vor der Einnahme Hamburgs durch britische Truppen sollten die Spuren dieses Verbrechens beseitigt werden. Zusammen mit den Kindern mussten in der Nacht zum 21. April 1945 ihre vier Betreuer aus den Niederlanden und Frankreich sowie 24 sowjetische Kriegsgefangene sterben.

Wie die KZ-Gedenkstätte Neuengamme mitteilte, werden die Jugendlichen zusammen mit Ytzhak Reichenbaum, dessen Bruder Eduard eines der ermordeten Kinder war, ihre Projekte auf der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des NS-Verbrechens am Montag präsentieren. Auch an der Langen Nacht der Museen am Samstag beteiligen sich die Jugendlichen mit einer Veranstaltung unter der Fragestellung "Was hat die Geschichte der Kinder mit mir heute zu tun?".

Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.