Hamburg (dpa/lno) - Der nach vier Jahren scheidende HSV-Vorstand Carl Edgar Jarchow hat die Ausgliederung der Profifußball-Abteilung als prägendsten Augenblick seiner Amtszeit beim Hamburger SV bezeichnet. "Es war ein echtes Anliegen von uns, das zu schaffen, was in den zehn Jahren zuvor - obwohl vielfach angedacht - nie gelungen ist. Die Zeit zwischen Januar 2014, als wir auf der Mitgliederversammlung den Auftrag bekommen haben, und der endgültigen Abstimmung im Mai war definitiv die härteste Zeit", bekannte der am 15. Mai aus dem Amt scheidende ehemalige HSV-Vorstandschef auf der Vereins-Homepage.

Emotionalster Moment sei der Schlusspfiff beim Relegations-Rückspiel in Fürth gewesen, in dem sich der HSV im vergangenen Sommer knapp den Klassenverbleib sicherte. "Wenn man dort 94 Minuten hilflos sitzt und auch das Gefühl hat, dass die Mannschaft am Ende ist, in jeder Minute also das Tor für Fürth fallen könnte und man dann in der 2. Liga ist, und dann der Schlusspfiff kommt, da ging es mir, wie jedem HSVer. Dieser emotionale Moment hat mich unfassbar erleichtert", so Jarchow.

Um die sportlich und wirtschaftliche schwierige Lage zu meistern, sollte sich der HSV Borussia Mönchengladbach zum Vorbild nehmen, meinte der FDP-Politiker. "Die waren auch in der Relegation und haben es mit kontinuierlich guter Arbeit geschafft, Stück für Stück nach oben zu kommen. Und damit wirtschaftlich auch wieder zu gesunden."

Jarchow geht davon aus, dass der mit rund 90 Millionen Euro Verbindlichkeiten belastete Club in den nächsten Jahren "nicht ohne Limit Geld ausgeben" kann. "Wir sollten sicher etwas kleiner denken, was unseren Etat angeht." Der 60 Jährige empfiehlt daher, auf Talente wie die derzeit verliehenen Youngster Jonathan Tah und Kerem Demirbay zu setzen: "Um die herum sollten wir eine Mannschaft aufbauen."

Jarchow-Interview auf hsv.de