Erfurt (dpa/th) - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Thüringen blickt besorgt auf die wachsende Zahl von Bürgerwehren. Die kontrollierten mittlerweile sogar Menschen oder prangerten Verdächtige per Internet an, sagte GdP-Landeschef Kai Christ am Donnerstag dem MDR. Zwar sei eine wachsame Nachbarschaft wünschenswert, allerdings dürften die Bürger dabei keine polizeilichen Aufgaben übernehmen.

Als Ursache für diese Entwicklung nannte Christ den Rückzug der Polizei aus der Fläche. Das sei eine Folge des Stellenabbaus, betonte der Gewerkschafter. Weil die Beamten nicht mehr präsent seien, nähmen die Menschen immer öfter das Ruder selbst in die Hand.

In Gerstungen (Wartburgkreis) wurde erst vor wenigen Wochen nach einer Reihe von Einbrüchen eine Bürgerwehr gegründet. Auch in Pfaffschwende im Kreis Eichsfeld gibt es eine solche Organisation.