Hamburg (dpa/lno) - Der deutsche Sport fordert von der Politik, die Nutzung von Sporteinrichtungen für die Unterbringung von Flüchtlingen einzuschränken. Die Belegung von Sporthallen sei lediglich Ultima Ratio, heißt es in dem Positionspapier "Sportvereine sind ein Motor der Integration", das am Samstag bei einer Konferenz der 16 deutschen Landessportverbände in Hamburg verabschiedet wurde.

"Die weitaus meisten Sportvereine sind für ihre Arbeit auf öffentliche Sporthallen angewiesen. Deshalb beobachten wir mit Sorge die Zweckentfremdung von Sporthallen durch zunehmende Belegung mit Flüchtlingen und Asylsuchenden, die in manchen Kommunen den Sportbetrieb ganzer Vereine oder Sportarten zum Erliegen gebracht hat", erklären die Landessportbünde in dem Papier.

Sporteinrichtungen als Unterbringung für Flüchtlinge seien nur eine Notlösung. "Sporthallen sind Sport- und Integrationsräume gleichermaßen und als Massenunterkünfte nicht geeignet", betonen die regionalen Sportführungen und fordern: "Bundes- und landeseigene sowie kommunale leerstehende Liegenschaften sind unbürokratisch zur Verfügung zu stellen, um die Belegung von kommunalen und vereinseigenen Sporthallen zu vermeiden."

Sollte es unumgänglich sein, Sporthallen für Flüchtlinge zu nutzen, müsse das zeitlich beschränkt werden. Zudem sollen die Kommunen den Sportvereinen helfen, "die daraus entstehenden Engpässe" zu bewältigen. Den Vereinen dürfe wegen des unterbrochenen Sportbetriebs kein wirtschaftlicher Nachteil erwachsen.

"Angesichts des großen Zuwachses an Flüchtlingen und Asylsuchenden und der Aufgaben ihrer mittel- und langfristigen Integration sind die Mittel des Bundesprogramms 'Integration durch Sport' signifikant zu erhöhen", heißt es. Weiterhin soll der Einsatz bezahlter Mitarbeiter zur Integration der Asylsuchenden mittels Sport unterstützt werden.

Postionspapier der Landessportbünde