Hamburg (dpa/lno) - Die Junge Union hat am Freitag inmitten der Debatten um den Flüchtlingsstrom ihren diesjährigen Deutschlandtag in Hamburg eröffnet. Am Abend sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den mehr als 300 Delegierten sprechen. Die Parteivorsitzende muss sich mit zunehmendem Widerstand in der Union gegen ihren Flüchtlingskurs auseinandersetzen.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, hatte vor Beginn des Deutschlandtages eine klare Begrenzung der Flüchtlingszahl gefordert. Einen entsprechenden Antrag des Bundesvorstands sollen die Delegierten am Sonntag beschließen. Eine genaue Zahl sollte im Zusammenspiel mit Kommunen, Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen ermittelt werden. "Die Kanzlerin teilt diesen Vorschlag nicht", sagte Ziemiak vor Beginn der Tagung. Er selbst hält eine Zahl von 250 000 pro Jahr für realistisch. In diesem Jahr rechnet die Bundesregierung mit 800 000 bis eine Million Flüchtlinge.

Ziemiak wollte am Abend nach Merkel zu den Delegierten sprechen, als weiterer Redner war CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer vorgesehen. Für Samstagvormittag wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erwartet. Am Sonntag kommt Kanzleramtsminister und Flüchtlingskoordinator Peter Altmaier. Die Junge Union ist die gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU und hat etwa 115 000 Mitglieder.

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