Frankfurt/Main (dpa/lno) - Arne Gabius ist in Frankfurt wie zuvor groß angekündigt deutschen Marathon-Rekord gerannt. In 2:08:33 Stunden unterbot er als Viertplatzierter die Uralt-Bestmarke des Dresdners Jörg Peter aus dem Jahr 1988 um 14 Sekunden. Der Mediziner gewann auch den Titel des deutschen Meisters und blieb deutlich unter der Olympia-Norm von 2:12:15 Stunden für Rio de Janeiro 2016. Damit qualifizierte sich Gabius als erster Deutscher für die Sommerspiele.

Der 34-Jährige vom LT Haspa Hamburg lag am Sonntag nach den 42,195 Kilometern völlig groggy auf dem Roten Teppich in der Festhalle. "Die zweite Hälfte war verdammt hart. Ich weißt jetzt, was Marathon bedeutet, aber ich hab' den Rekord", sagte Gabius, der sich auf den letzten Kilometern mit schmerzverzerrtem Gesicht über den Asphalt quälte, im hr-Fernsehen. So schnell wie er war in diesem Jahr kein anderer europäischer Läufer.

Den ältesten deutschen Stadtmarathon gewann der Äthiopier Sisay Lemma Kasaye in 2:06:26 Stunden vor den Kenianern Lani Rutto (2:06:34) und Alfers Lagat (2:06:48).

Gabius hatte bereits vor Monaten angekündigt: "Ich gehe davon aus, dass der deutsche Rekord fallen wird." Der frühere 10 000-Meter-Spezialist, Vize-Europameister von 2012, hatte schon im vergangenen Jahr in 2:09:32 Stunden das schnellste Marathon-Debüt eines Deutschen hingelegt. Dieses Mal ging er die erste Hälfte noch schneller an, passierte die Halbmarathon-Marke nach 1:03:23 Stunden und lief in einer Gruppe mit Afrikanern mit.

Trotz Problemen bei Kilometer 30, als sich Gabius wiederholt an Hüfte und Bauch griff, biss er sich durch und blickte kurz vor dem Ziel immer wieder auf die Uhr. "Ich hab' den Rekord, jetzt kann gefeiert werden", meinte Gabius, nachdem er im Ziel wieder auf die Beine kam. Voller Genugtuung kann er sich jetzt auch auf die Hochzeitsreise mit seiner Frau Anne nach Hawaii aufmachen.

Die Reisekasse wird jedenfalls prall gefüllt sein: Für den Rekord gibt es 30 000 Euro, dazu eine Zeitprämie von 10 000 Euro, weil er als bester Deutscher unter 2:10 Stunden blieb. Zusammen mit Sponsorenzahlungen wird er etwa auf 100 000 Euro kommen. "Wenn ich alles zusammenrechne, sind wir ungefähr in dem Bereich", hatte er der Tageszeitung "Die Welt" bestätigt. "Frankfurt ist für mich natürlich der Payday, auf diesen einen Tag läuft alles hinaus. Aber dafür arbeite ich auch seit 20 Jahren." Bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 peilt Gabius einen Platz unter den Top 12 an.

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