Hamburg (dpa) - Beifall, Buhrufe und Pfiffe für den neuen Christoph-Marthaler-Abend am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg: Die Inszenierung "Die Wehleider" des 65-jährigen Schweizer Regiestars hat das Publikum dort bei ihrer Uraufführung am Freitagabend gemischt aufgenommen. Sehr frei nach Maxim Gorkis Klassiker "Sommergäste" von 1904 entwirft die gut zweistündige Aufführung das Bild einer grotesk erschlafften und angesichts der Flüchtlingskrise überforderten europäischen Gesellschaft. Den äußeren Rahmen bildet eine von Ausstatterin Anna Viebrock geschaffene heruntergekommene Turnhalle, die zu einer Klinik für psychosomatisch Kranke gehört. Viele der Darsteller, die zudem mit Gesangsnummern von Bach bis "Yes Sir, I Can Boogie" brillieren, sind Mitglieder der sogenannten Marthaler-Familie - etwa Bettina Stucky, Jean-Pierre Cornu sowie Josef Ostendorf in einer Donald-Trump-Parodie.

Deutsches Schauspielhaus