Hamburg (dpa) - Erstmals hat Hamburgs Erzbischof Stefan Heße eine Weihnachtsbotschaft über WhatsApp verbreitet. "Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesegnetes und gnadenreiches Weihnachtsfest", sagte Heße in einem Video, das in einer Seitenkapelle des Hamburger Mariendoms aufgezeichnet und über den Messenger-Dienst versandt wurde. Das Erzbistum hatte den WhatsApp-Kanal im Herbst eingerichtet und hat nach Angaben von Heße inzwischen rund 800 Abonnenten. "Ich glaube, dass Kirche in diesen Kanälen gut aufgestellt sein muss", sagte Heße der Deutschen Presse-Agentur.

Über WhatsApp lässt der 50-Jährige regelmäßig Nachrichten in Text, Bild, Audio und Video seinen Anhängern zukommen. Kürzlich machte er in einer "Voice Message" die seiner Ansicht nach zunehmende Verrohung in der Gesellschaft zum Thema, danach sendete er einen Geburtstagsgruß an Papst Franziskus mit einem Foto einer Audienz im Vatikan. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt bekamen die Abonnenten auch eine Trauer-Botschaft zugestellt.

Heße zeigte sich auch anderen Internet-Aktivitäten gegenüber aufgeschlossen, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Er berichtete von Modellen aus Norwegen, bei denen Teile des Kommunionsunterrichts via Skype abgehalten würden. Ältere Menschen könne man zukünftig vielleicht besser erreichen, indem man Gottesdienste im Internet streame. Eine Weihnachtsbotschaft gibt es auch auf Facebook.

Heße setzt sich aber auch kritisch mit den sozialen Medien auseinander: "Jeder muss versuchen, sich nicht von diesen Medien bestimmen zu lassen. Ich glaube, diese totale Erreichbarkeit, immer online zu sein, das strapaziert unsere Kräfte einfach zu sehr." Um sprichwörtlich abzuschalten, lädt der Bischof zu einem Kirchenbesuch ein: "Die Kirche hat den Vorteil, dass sie ein Ort der Stille ist. Gehen Sie in die Kirche, setzen Sie sich mal ein paar Minuten irgendwo hin. Vorausgesetzt, Ihr Gerät ist auch ausgeschaltet", sagte der Oberhirte von rund 400 000 Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg.

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