Hamburg (dpa) - Nach einer Untersuchung zu möglichen Manipulationen bei der US-Präsidentschaftswahl haben Wissenschaftler eine Reform des Wahlsystems gefordert. Hauptproblem sei die Vielfalt von 52 verschiedenen Möglichkeiten zur Stimmabgabe, sagten Alex Halderman und Matthew Bernhard von der Universität Michigan am Mittwoch beim Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Hamburg. Selbst innerhalb eines US-Staates gebe es von Bezirk zu Bezirk unterschiedliche Verfahren.

"Es ist einfacher, das Wahlergebnis zu hacken, als wir gedacht haben", sagte der Informatiker Halderman. Die Möglichkeiten einer Manipulation der Speicherkarten von Abstimmungsmaschinen seien schockierend. Jede Stimmabgabe müsse sich auf einem Wahlzettel auf Papier nachweisen lassen, forderte der Wissenschaftler. Bislang sei dies nur für 70 Prozent der Wählerstimmen möglich. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass es beim Wahlsieg von Donald Trump tatsächlich zu Fälschungen gekommen sein könnte, bewerteten die Forscher allerdings als gering. Sehr viel plausibler sei es, dass sich die Demoskopen in ihren Prognosen zugunsten der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton einfach massiv geirrt haben.

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