Hamburg (dpa/lno) - Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich für die Nominierung der Wikingerstätten Haithabu und Danewerk sowie des jüdischen Friedhofs Hamburg-Altona zum Unesco-Weltkulturerbe ausgesprochen. Diese offizielle Bewerbung sei der Bundesregierung mit Bitte um Weiterleitung an die Unesco in Paris übermittelt worden, teilte die KMK am Freitag mit.

Für Haithabu ist es bereits der zweite Welterbe-Antrag. 2015 hatte das Komitee Nachbesserungen an einem gemeinsamen Antrag mehrerer Länder für das Wikingererbe in Nordeuropa verlangt. Jetzt soll ein nationaler Antrag eingereicht werden. Die Wikingerstadt Haithabu nahe Schleswig war vom 9. bis 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas. Das Danewerk, ein frühmittelalterlicher Befestigungswall, gilt als größtes Bodendenkmal Nordeuropas.

Der jüdische Friedhof in Altona wäre nach der Speicherstadt Hamburgs zweites Welterbe. Der 1611 entstandene Friedhof für die sephardischen Juden gilt als ältester Friedhof der infolge der Vertreibung aus Spanien nach Nordeuropa zugewanderten Juden.

Mit einer Entscheidung des Unesco-Welterbekomitees wird erst im Sommer 2018 gerechnet. Zuvor wird noch die Entscheidung zu den 2016 eingereichten Vorschlägen erwartet - zu eiszeitlichen Höhlen auf der Schwäbischen Alb und dem Naumburger Dom.