Hamburg (dpa/lno) - Gut gespielt und doch verloren: Für den FC St. Pauli wird die Lage im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga immer prekärer. Trotz einer über weite Strecken überzeugenden Leistung musste sich das kampfstarke Team von Ewald Lienen am Sonntag dem Aufstiegsaspiranten VfB Stuttgart 0:1 (0:0) geschlagen geben.

Vor 29 546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion erzielte der eingewechselte Carlos Mané (84. Minute) den Siegtreffer für die Schwaben, die nach zwei Niederlagen vor der Winterpause in die Erfolgsspur zurückkehrten und vorerst auf Platz zwei vorrückten. Der lange ebenbürtige FC St. Pauli weist nach diesem Rückschlag fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz auf.

"Im Fußball entscheiden die Tore. Wir hätten das Spiel auf jeden Fall auch für uns entscheiden können. Einen großen Unterschied zwischen beiden Mannschaften habe ich nicht gesehen", kommentierte Lienen geknickt.

St. Paulis Trainer musste wie im abgelaufenen Jahr wieder eine Reihe von personellen Rückschlägen wegstecken. In Kapitän Sören Gonther (krank) meldete sich vor dem Anpfiff bereits der sechste Stammspieler ab. Dafür konnte der Coach die drei Winterzugänge Lennart Thy, Johannes Flum und Mats Möller Daehli einsetzen. Das Trio sorgte gleich für Impulse auf dem Feld, wo die Hamburger gegen die favorisierten Schwaben gut mithielten.

Dennoch bot sich dem Japaner Takuma Asano (21.) die erste gute Chance der Partie, den abgefälschten Versuch klärte Philipp Heerwagen, der den Vorzug erhielt vor dem zuvor lange verletzten Stammtorwart Robin Himmelmann. Auf der Gegenseite hatten Daniel Buballa (30./Außennetz) und Cenk Sahin (35./geblockt) zweimal die mögliche Führung auf dem Fuß. Doch den Hamburgern fehlte ebenso das Glück wie VfB-Torjäger Simon Terodde (39.), der in aussichtsreicher Position verzog.

Nach dem Wechsel neutralisierten sich beide Teams, ehe nach gut einer Stunde die Gäste allmählich doch Oberwasser bekamen. St. Pauli suchte seine Chance nur über Konter - und wurde dann selbst im eigenen Stadion ausgekontert. Einen schnellen Gegenzug schloss Mané mit einem ebenso sehenswerten wie unhaltbaren Schuss ab.

Lienen will weiter kämpfen. "Die wichtigste Botschaft ist: Wir glauben weiter an uns und werden nicht aufgeben", betonte der Trainer. In einer Woche in Braunschweig muss er Daniel Buballa (Gelbsperre) ersetzen.

Spielplan FC St. Pauli