Hamburg (dpa/lno) - Gut fünf Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Jugendlichen an der Hamburger Kennedybrücke überprüft die Polizei Handydaten von Menschen, die sich zur Tatzeit in der Nähe aufgehalten haben. Das sei eine kriminaltaktische Maßnahme, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Mehr wollte er dazu nicht sagen. Es gebe aber weiterhin keine heiße Spur. Wie die "Lübecker Nachrichten" berichteten, wurde auch ein Redakteur der Zeitung überprüft.

Ein Unbekannter hatte am 16. Oktober einen 16-Jährigen mit mehreren Messerstichen getötet. Die Begleiterin des Jugendlichen stieß der Angreifer ins Wasser. Die 15-Jährige konnte sich unverletzt ans Ufer retten. Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild eines etwa 23 bis 25 Jahre alten Mannes. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurden 5000 Euro ausgelobt.

Der Zeitungsredakteur bekam kürzlich eine Vorladung der Lübecker Kriminalpolizei, weil er sich am Abend des 16. Oktobers in einem Restaurant in der Hamburger City aufgehalten hatte. Die Ermittler seien durch eine sogenannte Funkzellenabfrage darauf gekommen. Dabei wird die Einwahl eines Mobiltelefons bei einem bestimmten Funkmast in Erfahrung gebracht. Vor Gericht ist die sogenannte Funkzellenabfrage ein inzwischen übliches Beweismittel.

Bericht "Lübecker Nachrichten"