Hamburg (dpa/lno) - Immer mehr Obdachlose leben nach Schätzungen der Caritas und Diakonie auf Hamburgs Straßen. Dabei handelt es sich um 2000 bis 2500 Obdachlose, teilten die Sozialverbände auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl zunehmen wird", sagte Sozialarbeiter Johan Grasshoff. Die Sozialbehörde der Stadt Hamburg bestätigte Schätzungen, die von 2000 Obdachlosen ausgehen.

Offiziell erhoben wurde die Anzahl der Wohnungslosen zuletzt 2009, eine ähnliche Befragung ist für März 2018 geplant. 2009 wurden 1029 Menschen ohne Heim erfasst. Als Gründe für den Anstieg werden unter anderem die EU-Freizügigkeit, der angespannte Wohnungsmarkt, hohe Flüchtlingszahlen sowie prekäre Arbeitsbedingungen genannt. Die Sozialbehörde teilte jedoch mit, dass sie nicht damit rechnet, dass für die Zukunft ein ähnlich hoher Anstieg wie in den vergangenen Jahren erwartet werden kann.

Laut Sozialarbeiter Grasshoff ist zu beobachten, dass die Obdachlosen immer jünger, weiblicher und internationaler seien. Zudem geht er davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich über den Schätzungen liegen dürfte, da viele Obdachlose nicht auffallen wollen und an unauffälligen Orten wie im Wald oder Parks lebten. Als Gründe für diese Entwicklung nennt er ebenfalls die gestiegene Migration, wobei er betont, dass nur ein Bruchteil der (Arbeits-)Migranten auf der Straße landen würde.

Als Hilfe für Obdachlose bietet die Stadt Hamburg unter anderem ein Winternotprogramm an. An zwei Standorten stehen insgesamt 760 Übernachtungsplätze für Menschen ohne festen Wohnsitz zur Verfügung. Hinzu kommen 113 Plätze in Wohncontainern bei Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen. Die städtischen Unterkünfte sind jeweils von 17.00 bis 9.30 Uhr geöffnet.