Hamburg (dpa/lno) - Bereits vor dem ersten Schnee ist das Winternotprogramm der Stadt Hamburg bis zu 80 Prozent ausgelastet gewesen. Im November haben täglich zwischen 364 und 716 Menschen die Hilfe für Obdachlose Menschen in Hamburg in Anspruch genommen. Das geht aus Zahlen hervor, die die Sozialbehörde im Internet veröffentlicht hat.

Es werde jedoch nicht damit gerechnet, dass in diesem Jahr Menschen aus Platzmangel abgewiesen werden müssten, "denn wir können jederzeit kurzfristig die Platzzahl erhöhen", teilte die Sprecherin des städtischen Betreiberunternehmens "fördern und wohnen", Susanne Schwendtke, am Donnerstag mit.

Dabei machen Männer den größten Anteil der Menschen aus, die das Winternotprogramm nutzen. Der Frauenanteil liegt laut den veröffentlichten Zahlen bei 7,2 bis 10,5 Prozent.

Im aktuellen Winternotprogramm wurden den Angaben zufolge 102 Menschen abgewiesen, teilte Schwendtke auf Anfrage mit. Wer beispielsweise aus Osteuropa komme und die Möglichkeit zur Selbsthilfe habe, habe kein Recht darauf, auf Kosten der Allgemeinheit untergebracht zu werden. Dennoch hätte jeder die Möglichkeit im Rahmen des Erfrierungsschutzes in einer sogenannten Wärmestube untergebracht zu werden. Diakoniechef Dirk Ahrens kritisierte dieses Prinzip bereits vor Öffnung des Winternotprogramms gegenüber der Zeitschrift "Hinz&Kunz" als "Zwei-Klassen-Prinzip".

Zahlen der Sozialbehörde