Hamburg (dpa/lno) - Die Grünen-Politikerin und frühere Hamburger Wissenschaftssenatorin Krista Sager (64) kann dem heutigen Politikbetrieb kaum noch etwas abgewinnen. "Ich bin heilfroh, dass ich nicht dabei sein muss", sagte Sager dem "Stader Tageblatt" (Samstag). "Das Wissen darum, wie anstrengend und nervig das Politikgeschäft hinter den Kulissen und in der Öffentlichkeit ist, und die Erleichterung darüber, es nicht mehr machen zu müssen, kann ich körperlich noch heute spüren."

Die 64-Jährige war vor vier Jahren aus dem Bundestag ausgeschieden. Sie vermisst nach ihren Worten heute manchmal strategisches Denken in der Politik. Ein Beispiel sei die vorschnelle Absage der SPD an eine große Koalition nach dem Aus für Jamaika auf Bundesebene.

Von 1997 bis 2001 war Sager Hamburger Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung in der ersten rot-grünen Landesregierung und stellvertretende Bürgermeisterin. Sie führte zusammen mit Jürgen Trittin die Grünen auf Bundesebene von 1994 bis 1996. "Die Dinge, die in meinem Berufsleben früher zurückstehen mussten, kommen jetzt mehr zur Geltung", sagte sie. So habe sie mit ihrem Mann Manfred Ertel, ehemaliger HSV-Aufsichtsratschef, "Traumreisen" in die Antarktis, nach Australien, Lateinamerika und Neuseeland gemacht. Sager räumte jedoch ein, Yoga ein wenig schleifen lassen zu haben.