1. Die Entscheidung, Trainer Mirko Slomka zu entlassen, ist verständlich. Schlechte Ergebnisse, schlechte Leistungen, fragwürdige Performance: Slomkas Aufstellung gegen Hannover mit sieben Neuen, darunter den alten Tormann Drobny, schien geradezu trotzig. Trotz ist kein guter Ratgeber.

2. Der neue HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer ist dabei, den Verein neu zu ordnen. Slomka war eine Altlast. Beiersdorfer hat bisher gute Entscheidungen getroffen: Bernhard Peters hat in Hoffenheim bewiesen, dass er sehr gute Nachwuchsarbeit macht und Ideen einbringt. Peter Knäbel hat sich in Basel einen guten Ruf erarbeitet.

3. Beiersdorfer hat für diese Saison gute Spieler geholt. Das konnte er schon früher.

4. Kann er auch gute Trainer finden? Darin war er in seiner früheren HSV-Zeit nicht gut. Der HSV hat seit Jahren keinen guten. 2008 hätte Beiersdorfer Jürgen Klopp haben können.

5. Vielleicht hilft ihm Peters bei der Trainerwahl. Der scheint das besser zu können.

6. Der Aufsichtsrat und das Umfeld sind nach wie vor geschwätzig. Peinlich, wie man Slomka vor dem Hannover-Spiel öffentlich in die Aufstellung reinredete.

7. Peinlich, wie der Aufsichtsratschef Karl Gernandt die Wahrscheinlichkeit, Slomka nicht rauszuwerfen, auf 120 Prozent bezifferte. Am Tag der Entlassung. Klarer Fall von Dyskalkulie.

8. Gefahr für den HSV: Die HSVplus-Fraktion (und was sich dazu zählt) scheint durch das klare Votum im Sommer zu glauben, sie würde für die Mehrheit der Mitglieder sprechen. Die denken, sie haben ein starkes Mandat. Und Kühne bleibt natürlich für einen Querschläger gut. Es sagt viel aus, dass Slomkas Entlassung in Kühnes Räumen entschieden worden ist.

9. Joe Zinnbauer, der Neue, hat in der Regionalliga Spiel um Spiel gewonnen – mit einer Mannschaft, die bislang nicht dafür bekannt war. Ob er in der Bundesliga zurechtkommt, ist offen. Wie lange er bleibt, auch. Jedenfalls ist die Trainerstelle beim HSV für jeden Trainer eine große Chance. Der Verein hat bessere Führungspersonen als zuletzt. Geld ist da in Hamburg, Geld kommt rein, wenns läuft. Die vielen Fans wären für Erfolg unendlich dankbar. Beim HSV kann man enorm viel gewinnen. Vergleichbare Situation wie Dortmund vor Klopp.

10. Findet Beiersdorfer einen guten Trainer, kommt der HSV bald nach oben.