"Platz da! Die neuen Budni-Marken kommen!", verkünden Schilder im Regal einer Bundnikowsky-Filiale in Ottensen. Die günstige Dontodent-Zahnpasta von dm findet man dort nicht mehr. Duschgels und Shampoos der dm-Marke Balea stehen zwar noch in den Regalen, aber auch sie werden bald ausgeräumt. Denn die 1999 geschlossene Kooperation der Drogeriemärkte Budnikowsky und dm wurde, wie es in einer Pressemitteilung heißt, auf gemeinsamen Entschluss zum 31. März 2014 beendet. Die dm-Eigenmarken, die Budnikowsky bisher vertrieb, fliegen aus dem Sortiment. Jetzt sind die beiden Unternehmen nur noch Konkurrenten in einem knochenharten Kampf, der teilweise um jede Straße ausgefochten wird. 

"Die Win-win-Situation für beide Unternehmen war ab dem Tag im Juli 2009 nicht mehr gegeben, an dem dm seine erste Filiale in Hamburg eröffnete", meint Cord Wöhlke, Geschäftsführer von Budnikowsky. Denn eigentlich bestand Einvernehmen darüber, dass Hamburg alleiniges Budnikowsky-Territorium bleibt. Man habe das weitere Verhalten von dm noch einige Jahre beobachtet. Aber der Branchenprimus aus Karlsruhe wollte sich offensichtlich nicht mit zehn Filialen in der Hansestadt begnügen.

Eine Filiale als Kampfansage

Dass dm ernste Ambitionen hat, hier größere Marktanteile zu erobern, zeigte 2013 auch die Eröffnung einer Filiale am prestigeträchtigen Rathausmarkt – nur einen Steinwurf entfernt von Budnikowskys Flaggschiff in der Europa Passage. Eine direkte Kampfansage an die Hamburger. "Wir mussten handeln und die Dinge in die eigene Hand nehmen", sagt Wöhlke.

Jetzt wird das Hamburger Familienunternehmen die dm-Marken mit eigenen ersetzen, produziert von "erfahrenen Herstellern, die auch andere Händler beliefern", die Budnikowsky aber nicht nennen möchte. Ständige Qualitätskontrollen von unabhängigen Laboren wird es weiterhin geben, auch am Preisniveau soll sich nichts ändern. In der Woche nach Ostern wird der Prozess laut Wöhlke abgeschlossen sein. Ein Kraftakt für die kleinste deutsche Drogeriekette. "Die Planungen begannen schon vor zwei Jahren," sagt Wöhlke. "Wir mussten für die Umsetzung ja zunächst ein Team aufbauen."