Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) hat sich für eine Koalition aus SPD und FDP in der Hansestadt ausgesprochen. "Ich halte einen sozialliberalen Senat für eine bessere Möglichkeit als Rot-Grün", sagte von Dohnanyi der Welt. Eine sozialliberale Koalition sei seiner Ansicht nach stabil. "Die Hamburger FDP würde begreifen, wie wichtig Stabilität für ihre eigene, bundespolitische Zukunft wäre", sagte der SPD-Politiker. "Die FDP fehlt im Bundestag. Sie sollte sich bemühen, die AfD aufzuspalten und dieser den Teil wieder wegnehmen, der eigentlich zu ihr gehört", fügte er hinzu.

Die Bundes-SPD könne "von der Hamburger SPD das lernen, was sie auch von der Bundes-CDU lernen kann: Pragmatische, vernünftige, auf die Wirklichkeit bezogene Politik: Geduld, keine Selbstüberschätzung", sagte von Dohnanyi. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sei "ein Beispiel für Bescheidenheit und Tatkraft. Diese Verbindung, die man auch zu Recht bei Frau Merkel lobt, stößt bei den Wählern auf Vertrauen. Die Menschen wollen sachorientierte Politiker wie Scholz und Merkel."

Die schlechten Umfragewerte der SPD lägen primär "an der Position der Union, die von Frau Merkel überstrahlt wird", sagte von Dohnanyi. "Die Lage der SPD würde sich schlagartig ändern, wenn eine andere, weniger akzeptierte Person die Führung der CDU übernähme. Spiegelbildlich wurde ja auch die Hamburger CDU übermäßig abgestraft – wegen der Dominanz der Person Olaf Scholz." Klaus von Dohnanyi war von 1981 bis 1988 Bürgermeister der Hansestadt.