In Hamburg können sich Menschen heute eine etwas größere Mietwohnung leisten als noch vor sechs Jahren. Anderswo in Norddeutschland bekommt der Mieter aber immer noch mehr Fläche fürs Geld, wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) ermittelt hat. Bundesweit sind demnach die Mieten seit dem Jahr 2010 weniger stark gestiegen als das verfügbare Einkommen der Haushalte.

Allerdings sind die größten deutsche Städte hierbei eine Ausnahme: In Hamburg stiegen die Mieten um 12 Prozent, wenn auch weniger stark als in Berlin (26 Prozent) und München (14 Prozent).

Wenn in der Metropole Hamburg ein Mieter 25 Prozent seines verfügbaren Einkommens einsetzt, kann er 68 Quadratmeter beziehen. Das sind zwei Quadratmeter mehr als 2010.

Das sieht in Kiel und im Kreis Segeberg anders aus: Wenn in Kiel ein Mieter 25 Prozent seines verfügbaren Einkommens einsetzt, kann er derzeit 71 Quadratmeter beziehen und damit einen weniger als 2010. Im Kreis Segeberg sank die Zahl von 99 auf 97 Quadratmeter – noch kann man hier relativ nah an Hamburg eine großen Wohnung beziehen.

Den Maximalwert im Norden erreicht der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 108 Quadratmetern, den niedrigsten Kiel. Die größten Quadratmeterzuwächse verbuchten Nordfriesland, Lübeck, Dithmarschen und Steinburg. Bundesweit schwanken die Werte noch stärker: Die größte Wohnfläche können sich die Menschen im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau mit 126 Quadratmetern leisten. Am anderen Ende der Skala steht die Stadt Trier mit 59 Quadratmetern.

Im Bundesdurchschnitt kann sich ein privater Haushalt heute 94 Quadratmeter Wohnfläche leisten. Bundesweit können Wohnungssuchende zudem in den drei größten deutschen Städten Berlin, Hamburg und München mit rund 70 Quadratmetern am wenigsten Wohnfläche mieten, stellte das IW fest. 

Weil es immer mehr Menschen nach Hamburg an die Elbe zieht, wird das Wohnraumangebot knapper und folglich steigen bei höherer Nachfrage die Mieten. In der Hansestadt lebten laut Statistik Ende 2014 rund 1,763 Millionen Menschen, 16.500 mehr als im Vorjahr. Schaut man auf die Hamburger Stadtteile im einzelnen, geht der Trend in den Mietensteigerungen von den etablierten, bereits teuren Vierteln zu den zentralen, aber bis vor kurzem noch eher unentdeckten Vierteln.

Laut einem von der Welt am Sonntag mit einem Maklerunternehmen erstellten Mietatlas sind das vor allem die Stadtteile Hammerbrook, Rothenburgsort und Wilhelmsburg. Die Zuwächse hier würden deutlich jene in Gebieten wie  Eimsbüttel oder Winterhude übersteigen. Selbst wohlhabenderen Haushalten wären demnach in den etablierten Vierteln Mieten jenseits der 13,70 Euro netto kalt pro Quadratmeter zu hoch.