In Hamburg fühlen sich die Menschen einander besonders eng verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Demnach gehört die Hansestadt beim gesellschaftlichen Zusammenhalt in fünf von neun gemessenen Dimensionen zur Spitzengruppe. Auch deutschlandweit sei diese seit der Wiedervereinigung gewachsen, schreiben die Autoren der privaten Jacobs University Bremen in der am Montag veröffentlichten Vergleichsstudie der Bundesländer.

Eine Gesellschaft, die zusammenhalte, sei gekennzeichnet durch "belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit ihrer Mitglieder mit dem Gemeinwesen und eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung", wie die Studie unter dem Titel Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt definiert. Entsprechend wurden diese drei Aspekte mit zahlreichen Unterpunkten wie Vertrauen in die Mitmenschen oder Gerechtigkeitsempfinden untersucht.

Zudem fanden die Sozialwissenschaftler bei den Hamburgern eine starke Heimatverbundenheit heraus – was die Forscher mit dem stabilen Netz von sozialen Beziehungen in Verbindung bringen. So gaben 81 Prozent der Hanseaten an, enge Bezugspersonen außerhalb der eigenen Familie zu haben. Bundesweit waren es lediglich 74 Prozent. Außerdem sei die soziale Vernetzung seit der Jahrtausendwende in Hamburg erheblich gewachsen, schreiben die Wissenschaftler.

Weniger Toleranz für Zuwanderer, die traditionellen Lebensstil pflegen

Auch mit ihren Lebensumständen sind die Bewohner der Nord-Metropole an der Elbe weitgehend zufrieden. 61 Prozent der Befragten gaben in der Untersuchung an, dass sie nach ihrer Meinung einen gerechten Anteil am Wohlstand erhalten würden. Diese Aufassung war dagegen in ganz Deutschland nicht einmal bei jedem Zweiten vertreten.

Gesunken ist dagegen in Hamburg die Toleranz für Zuwanderer, die hier ihren eigenen traditionellen Lebensstil pflegen. Gemeinsam mit Berlinern und Bremern seien Hamburger jedoch überdurchschnittlich offen für ein gesellschaftspolitisches Engagement von Ausländern. Besonders tolerant stehen sie Homosexuellen gegenüber. Die Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben sei in der Hansestadt und auch in fast allen westdeutschen Bundesländern gestiegen, hieß es.