Zahlreiche Prominente haben ein Manifest für die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg unterzeichnet. Zu den ersten Unterzeichnern gehören unter anderem die Musiker Bela B. und Jan Delay, die Intendantinnen des deutschen Schauspielhauses und von Kampnagel, Karin Beier und Amelie Deuflhard, sowie der Filmemacher Fatih Akin und der Publizist Roger Willemsen. In dem Papier mit dem Titel "Hier eine Zukunft! Manifest für Lampedusa in Hamburg" erklären sie ihre Solidarität mit den afrikanischen Flüchtlingen, die seit einem Jahr in der Hansestadt leben und ein Bleiberecht fordern.

In dem Papier, das am Mittag vorgestellt wurde, kritisieren die Unterstützer Innensenator Michael Neumann (SPD). Seine Behörde habe deutlich gemacht, dass die Flüchtlinge in einem Asylverfahren kaum eine Chance hätten. Es sei daher auch völlig unpassend, dass Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Hansestadt erst kürzlich bei einer programmatischen Rede als kosmopolitisch und weltbürgerlich bezeichnet habe.

Über die Motive der Unterzeichner heißt es in dem Manifest: "Wir unterstützen den Kampf dieser Gruppe aus den unterschiedlichsten Gründen. Die einen sind aus christlicher Nächstenliebe dabei, andere aus humanitären oder politischen Gründen (...). Was uns eint, ist die Überzeugung, dass diese Menschen eine Zukunft haben müssen – und zwar hier in dieser Stadt".

80 Flüchtlinge hatten im vergangenen Jahr in der St. Pauli Kirche Zuflucht gesucht. Nach einem Kompromiss zwischen evangelischer Kirche und Hamburger Senat haben mittlerweile etwa 70 der Männer ein Bleiberecht beantragt. Innensenator Neumann hatte der Bischöfin Kirsten Fehrs zugesichert, dass sich Flüchtlinge, die sich freiwillig meldeten, nicht abgeschoben würden, solange noch ein Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung läuft.

Die Flüchtlinge waren 2011 vor dem Libyenkrieg über die Insel Lampedusa nach Italien geflohen. Im Frühjahr 2013 kamen sie in Hamburg an. Etwa 300 Flüchtlinge sollen zur Gruppe gehören, die genaue Zahl ist jedoch unklar. Aus Angst vor Abschiebung meldeten sich viele der Flüchtlinge nicht bei den Behörden und verlangen eine politische Lösung. Der Hamburger Senat ist gegen eine Gruppenlösung für die Lampedusa-Flüchtlinge.