© Vera Tammen

Guten Morgen,

aus gegebenem Anlass widmet sich die Elbvertiefung heute nur einem Thema.

Ich möchte Ihnen hier ganz herzlich Danke sagen für all die anrührenden und wundervollen Reaktionen auf den Tod unseres Herausgebers Helmut Schmidt. Schon kurz nachdem sein Tod gestern am frühen Nachmittag bekannt wurde, legten Menschen vor seinem Haus in Langenhorn Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Vor dem Rathaus, in Laufweite des Pressehauses, wehten schwarze Trauerbänder. Leser standen vor der Tür des Verlagsgebäudes und fragten nach dem ausliegenden Kondolenzbuch. In dem eigens eingerichteten Blog auf ZEIT ONLINE hinterließen Menschen jeden Alters in nur wenigen Stunden ein paar Hundert Grußworte "für den letzten echten großen Politiker", einen "Mann mit scharfem Verstand, unglaublicher Intelligenz und angenehm hanseatisch-zurückhaltendem Charakter", für "mein Idol!"

Heute liegt an den Kiosken das 28-seitige Spezial, mit dem die Redaktion der ZEIT ihren verstorbenen Herausgeber ehrt. Auch die reguläre Ausgabe der ZEIT am Donnerstag enthält das Spezial.

Gestern in der ZEIT-Redaktion sandte unser Chefredakteur Giovanni di Lorenzo um 15.24 Uhr eine Trauermail, Empfänger: Alle. "Die Nachricht wird die meisten von Ihnen nicht mehr überraschen, aber sie trifft uns mitten ins Herz ..." Um 17.30 Uhr kamen die Kollegen aus Redaktion und Verlag in Gedenken an Helmut Schmidt im großen Konferenzraum im 6. Stock zusammen. In den Augen vieler standen Tränen.

Die meisten in der Runde seien ja nicht sehr religiös, sagte Co-Herausgeber Josef Joffe, um danach aus der Bibel zu zitieren, aus Prediger: "Ein jegliches hat seine Zeit ... lieben und hassen / schweigen und reden / Streit und Friede / geboren werden und sterben".

Dann wurde Helmut Schmidts Lieblingslied gesungen: "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius.
Die letzte Strophe lautete:

So legt euch denn ihr Brüder
In Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
Und lass uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.


Dann gingen wir wieder an die Arbeit. Wie es Helmut Schmidt auch getan hätte.

Kondolenzbuch für Helmut Schmidt (†) im Empfangsbereich der ZEIT © Mark Spörrle

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Diesmal in besonderer Form. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

 Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

Ihr

Mark Spörrle

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gerne weiter. Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlich an unter www.zeit.de/elbvertiefung. Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immer montags bis freitags ab 6 Uhr.