Bei Lehrern, Sozialpädagogen oder Menschen mit besonderen Sprachkenntnissen ist die Sache klar: Wenn sie Flüchtlingen helfen wollen, findet sich schnell ein Einsatzgebiet. Sie bringen ihnen Deutsch bei, helfen, sich im Alltag zurechtzufinden oder dolmetschen. Nur: Nicht jeder hat auf Lehramt studiert oder ist Pädagoge. Und wer kann schon Arabisch oder Farsi?

Theoretisch kann jeder in die Hamburger Messehallen gehen und Kleider sortieren oder zum Hauptbahnhof und ankommende Flüchtlinge versorgen. Praktisch aber gibt es eine Barriere. Oft finden diejenigen, die irgendwie und irgendwo helfen wollen, nicht zu denen, die akut und konkret Hilfe benötigen.

Als in diesem Jahr erstmals Hunderte Flüchtlinge pro Tag ankamen, schienen sich Unterstützer noch wie von selbst zu finden. Die Hilfe geschah intuitiv. Auf Dauer aber kann das nicht gutgehen. Deshalb gibt es nun deutschlandweit Initiativen, die versuchen, zwischen Hilfebietenden und -suchenden zu vermitteln. Eine dieser Initiativen kommt aus Hamburg: die Plattform "Help Here". Sie will die Flüchtlingsunterstützung besser koordinieren, die gestiegene Hilfsbereitschaft aber auch nutzen, um auf andere sozial Benachteiligte aufmerksam zu machen.

Auch DRK und Paritätischer Wohlfahrtsverband sind vertreten

Help Here ist eine Art soziales Schwarzes Brett. Das Konzept ist verständlich und einfach. Nutzer melden sich auf www.helphere.de an und klicken sich durch Kategorien, bis sie zu dem Angebot gelangen, das zu ihnen passt. Ein anderer Weg ist die Umkreissuche, die einem Hilfegesuche in unmittelbarer Nähe anzeigt, nachdem man seine Postleitzahl eingegeben hat.

Die Idee zu Help Here stammt von Mitgliedern des Vereins Clubkinder, der in Hamburg vor allem karitative Partys und Konzerte veranstaltet. "Wir haben bisher immer für einen konkreten Fall Geld gesammelt", sagt Joko Weykopf, einer der Clubkinder-Mitglieder, der nun im Vorstand von Help Here sitzt. 600 Euro für Holznachschub beim Bauspielplatz in der Schanze, Spenden für die Seniorenhilfe: Die Clubkinder sammelten gezielt für einzelne Projekte. Dabei merkten sie, wie viele Menschen helfen wollen, aber nicht wissen wo. Und wie viele Hilfe benötigen, es aber nicht zielgerichtet genug kommunizieren.

Zwar klappe die Hilfe in einer Stadt wie Hamburg noch verhältnismäßig gut, da die Menschen hier medienaffin und über soziale Netzwerke verbunden seien, erzählt Weykopf. Aber: Oft gehe es dabei nicht sehr effektiv zu. "Da sucht eine Initiative dann zum Beispiel via Facebook nach Winterjacken in XL und ein paar Bobbycars und es wird anschließend darüber diskutiert, ob eine Jacke in L auch geht und wie das mit einer Herbstjacke sei. Am Ende hat keiner mehr den Überblick."

Mit Help Here wurde nun eine Möglichkeit geschaffen, ohne viel Aufwand ein konkretes Hilfegesuch ins Netz zu stellen. Ein Angebot, das sich an Initiativen, Vereine aber auch Einzelpersonen richtet. Es sind auch schon zwei große Organisationen Mitglieder: das Deutsche Rote Kreuz und der Paritätische Wohlfahrtsverband.