Glaubt man dem Schura-Vorsitzenden Norbert Müller, wird die Al-Nour-Moschee mit ihrem Umzug noch länger ein Einzelfall bleiben. Er ist enttäuscht, dass sich seit Veröffentlichung der Studie vor drei Jahren kaum etwas getan hat. Der Hamburger Senat habe damals zugesagt, Flächen für größere Moscheen zu finden. Bisher habe sich außer bei der Al-Nour-Moschee aber nichts getan. 

Dass Moscheen im Stadtbild aus ideologischen Beweggründen unscheinbar gehalten werden sollen, glaubt Müller nicht. Er verweist stattdessen auf den Immobilienmarkt: Bezahlbare Räume in zentraler Lage mit den passenden baulichen Voraussetzungen wie Parkplätzen, sanitären Anlagen zu finden, sei schwer. Zumal mit Moscheen wenig Profit zu machen sei. "Grundstücke sind ein wertvolles Gut, für das städtische Flächenmanagement ist die Finanzbehörde zuständig – und die hat in der Regel das letzte Wort." Oft stellten sich aber auch die Bezirke quer, wenn es darum ginge, die Gewerbeflächen in Gebetsräume umzuwandeln, sagt Müller.

Ein Verhalten, aus dem der Architekt Joachim Reinig seine eigenen Schlüsse zieht: "Die Stadt will auch Konflikte vermeiden", sagt er. "Moscheen im Stadtbild sind ein Reizthema. Also wird den islamischen Vereinen lieber keine Nutzungsgenehmigung für eine Fläche erteilt und dabei zum Beispiel auf altes Baurecht verwiesen."