© Franziska Bulban

Guten Morgen,

kennen Sie das, wenn man einen alten Bekannten trifft und die ganze Zeit das Gefühl hat, irgendwas sei anders, aber man weiß nicht, was? Man ist so lange irritiert, bis man endlich merkt: Der hat seine Brille nicht auf! So ähnlich könnte es Ihnen ergehen, wenn Sie im August durch den Hafen spazieren – denn die "Rickmer Rickmers", das grün-rot-weiße Museumsschiff mit drei Masten, wird zur Überholung zu Blohm + Voss gebracht. Ab dem 2. September soll sie dann wieder an ihrem gewohnten Platz liegen und zum Panorama beitragen. Und selbst wenn wir im ersten Moment nicht merken, woran es liegt, wird sich der Hafen dann wahrscheinlich wieder richtig anfühlen.

Mehr fördern, weniger fordern

3500 Ausbildungsplätze sind frei in Hamburg, 3500 junge Hamburger suchen einen Ausbildungsplatz. Trifft sich super? Trifft sich gar nicht. Viele Azubis und Chefs kommen einfach nicht zusammen. Das Problem: Hohe Ansprüche und geringe Qualifikation gibt es aus Sicht der DGB-Jugend auf beiden Seiten. Und auch die Arbeitssuchenden stellen ihre Ansprüche. Sie wollen angemessenes Gehalt, faire Arbeitszeiten und die Perspektive, nach der Ausbildung bleiben zu können. "An der Schraube können die Arbeitgeber drehen", sagt Sprecher Christian Kroenke. Auch fehlende Ausbildungspläne oder zu wenig pädagogische Kompetenz schrecke auf Dauer Bewerber ab. Ein weiteres Hindernis sieht die DGB-Jugend in überzogenen Erwartungen der Personaler. "Mit Hauptschulabschluss hat man keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt", sagt Kroenke. Chefs sollten mehr fördern und weniger fordern, sagt seine Kollegin Wiebke Oetken. "Aus unserer Sicht ist ein Auszubildender fertig, wenn er die Ausbildung beendet hat", erklärt sie. "Nicht, wenn er sie beginnt." Trotz aller Kritik zeigen sich die jungen Gewerkschafter optimistisch, dass am Ende doch ein paar Chefs und Azubis miteinander glücklich werden. Im September und Oktober werde immer noch kräftig nachvermittelt.

Platzverweis für kleine Sportler

Platz zum Toben ist in einer Großstadt bekanntermaßen eher knapp. Was liegt also näher, als die Kinder in einen Sportverein zu schicken? Das Problem: Bei König Fußball wird der Andrang zu groß. Wie das Abendblatt berichtet, wissen einige Clubs gar nicht mehr, wohin mit dem Nachwuchs. Scharenweise drängen die Minikicker auf die Spielfelder. Nun haben die ersten Vereine Aufnahmestopps verhängt: Beim HEBC kommt niemand zwischen neun und fünf Jahren mehr rein, beim ETV müssen Fünf- bis Siebenjährige vorerst draußen bleiben. Dass nun ganze Jahrgänge zu Couchkartoffeln verkommen, wäre aber zu pessimistisch gedacht. Es gibt ja noch ein Leben neben dem Fußball. Handball zum Beispiel. Die Vereine freuen sich über Zulauf, sagt uns Jan Sievers vom Hamburger Handballverband – vor allem in Bahrenfeld, Othmarschen, Klein Flottbek oder in Wandsbek und Jenfeld. Kleine Sportskanonen im Hamburger Westen könnten es auch mit Leichtathletik versuchen. Koordination, Ausdauer und Kraft brauchen schließlich alle Sportler, wie Martina Lutter-Baumann vom Hamburger Leichtathletik-Verband betont. Vorausschauende Eltern denken auch an die Olympischen Spiele in Rio, die am Wochenende anfangen und neue Helden in die Schlagzeilen bringen werden. Lutter-Baumann ist zuversichtlich: "Dann setzt bestimmt bei uns auch wieder ein kleiner Boom ein."

Ein Jahr Soko "Castle"

Sie war ein Experiment, um professionelle Einbrecher zu schnappen: Im Jahr 2015 war die Zahl der Wohnungseinbrüche laut polizeilicher Kriminalstatistik um 20,2 Prozent auf 9006 Fälle gestiegen. Die Sonderkommission "Castle" sollte dem begegnen, indem sie ein Netz aus Informationen, Bewegungsbildern, Handschriften, Indizien und "Ankerpunkten" von Einbrechern erfasst und auswertet. Gestern präsentierte die Hamburger Polizei die ersten Ergebnisse und zeigt sich zufrieden: Seit ihrer Gründung vor einem Jahr hat die Sonderkommission 686 Verfahren übernommen. Bei denen liegt die Aufklärungsquote bei 61 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2014, vor der Gründung der Soko, wurden bei den normalen Ermittlungen zu Wohnungseinbrüchen 8,3 Prozent aufgeklärt.

Die Soko ermittelte nach eigenen Angaben 38 Serien, die aus rund 300 Einzeltaten bestehen. Einbrecher seien meist Serientäter, sagte Soko-Leiterin Alexandra Klein. Die Polizei machte keine Angaben darüber, wie viele Einbrüche es insgesamt im ersten Halbjahr 2016 in Hamburg gab.

Großzügigkeit wird nicht belohnt

Es klingt nach einer traurigen Geschichte: Da ist jemand bereit zu teilen. Und dann wird der Großmut bestraft. So zumindest sieht es die Rom und Cinti Union (RCU), die Interessenvertretung von Sinti und Roma in Hamburg. Aber von vorn: Seit dem Jahr 2000 verwaltet die RCU einen sogenannten Durchreiseplatz am Volksparkstadion. "Er sollte vor allem den als nationale Minderheit anerkannten deutschen Roma und Sinti als sichere Anlaufstelle dienen", schreibt Annika Demgen in ihrem Artikel für ZEIT ONLINE. Insbesondere werde der Durchreiseplatz von Sinti und Roma im Urlaub genutzt, die auf Campingplätzen oft nicht willkommen seien, bis zu 1500 Übernachtungen gab es im Jahr. Im November 2012 sei die Stadt dann erstmals an die RCU herangetreten. Sie habe den Verein gebeten, ein Stück des Geländes abzugeben. Die Flüchtlingszahlen stiegen, und die bestehenden Unterkünfte reichten nicht mehr aus. Rudko Kawczynski, der Vorsitzende des Vereins, erzählt Demgen: "Wir haben die Notlage verstanden und wussten, dass die Menschen schnell Hilfe brauchen." Also stimmte man zu. Vier Jahre später ist von ihrem alten Platz kaum noch etwas übrig, überall stehen Container. In einer "Salamitaktik" habe man ihnen "Stück  für Stück den ganzen Platz genommen", sagt  Kawczynski. In der Sozialbehörde, versichert Petra Lotzkat, Leiterin des Amtes für Arbeit und Integration, reiße man sich ein Bein aus, um einen neuen Platz zu finden. Aber "sobald man ›Roma und Sinti‹ sagt, hat man ein Problem", sagt sie. Die ganze Geschichte lesen Sie hier bei ZEIT ONLINE Hamburg.

Hamburgs beste Eisläden

Platz 2 – Delzepich Eis – pures Glück, Uhlenhorst

Wie ist der Eisladen? Am spannendsten ist der Blick durch die gläsernen Wände und Fenster hinein in das Eislabor. Hier kann man direkt zuschauen, wie das Eis hergestellt wird. Wie lange muss man warten? Bei schönem Wetter kann die Schlange schon mal sehr lange werden. Wie ist der Service? Die beiden netten Schwestern, die den Laden leiten, bedienen hier oft selbst. Was kostet eine Kugel? Hier gibt es keine Kugeln, sondern Portionen, die mit einem Spatel auf die Waffel gebracht werden. 1 Portion mit bis zu zwei verschiedenen Sorten kostet 1,60 €. Wie schmeckt das Eis? Köstlich! Man kann süchtig danach werden. Wie ist die Waffel? Normal. Wie groß ist die Auswahl? Rund acht Sorten, Vanille und Schokolade gibt es immer, alle anderen variieren. Gibt es ausgefallene Eissorten? Erdnussbutter-Nutella, Milchschnitte oder Milchreis mit Zimtzucker. Wie ist das Angebot an Zutaten? Vier verschiedene Streuselsorten, Marshmallows, Smarties oder Sahne. Warum ist die Eisdiele besonders empfehlenswert? Das Eis wird nach einem alten Aachener Rezept zubereitet, das in den fünfziger Jahren entwickelt wurde und mit Milch auskommt. So kann man immer noch eine Portion Nachschlag holen.

Winterhuder Weg 67, Uhlenhorst, geöffnet 12–18.30/20 Uhr (Schließung, wenn alles leer ist) www.delzepicheis.de

Elisabeth Knoblauch

Was geht

Singer-Songwriter: Jonny Bix Bongers macht Gitarrenmusik und textet dazu erfrischend ironisch, unter anderem über Intimbehaarung und Hamburg, seine Heimat. Freundlich und Kompetent, Hamburger Straße 13, 20 Uhr

Open-Air-Kino: Ein opulent ausgestattetes Exildrama gibt es in Altona unter freiem Himmel zu sehen. "Vor der Morgenröte" zeigt die Geschichte des österreichisch-jüdischen Schriftstellers Stefan Zweig.

Innenhof des Rathauses Altona, Platz der Republik 1, 21.30 Uhr

Kirchenmusik: Zieht alle Register: Der mehrfach ausgezeichnete Meister David Franke spielt Bach, Muffat und Weckmann.

Hauptkirche St. Jacobi, Jakobikirchhof 22, 20 Uhr

Schnack

Ein Gespräch unter Männern mittleren Alters beim Mittagessen. Frauen seien ja reine Wesen, erklärt einer. Weil sie ja zwei X-Chromosomen besäßen. Männer hingegen seien mit ihrem Y-Chromosom unrein. Und deshalb gingen sie auch fremd. Logisch, oder?

Gehört von Victoria Mühlwald

Meine Stadt

Olfaktorisch auf jeden Fall eine Verbesserung. © momenticomequesti via Instagram

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir unbedingt berichten sollten? Schreiben Sie uns: elbvertiefung@zeit.de

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Morgen lesen wir uns wieder, wenn Sie mögen!

 

Ihre

Franziska Bulban

 

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