Mit dem Namen Beelitz verbinden die meisten Brandenburger und Berliner nur einen Begriff: Spargel. In der Umgebung der südlich Berlins gelegenen Kleinstadt gedeiht das edle Gemüse ganz prächtig. Zwischen Mitte April und Ende Juni zieht es deshalb die Städter hinaus aufs Land, um die Stangen so frisch wie möglich zu probieren und natürlich zu kaufen. Doch mit der Ernte des letzten Spargels zieht auf vielen Höfen rund um Beelitz keine Ruhe mehr ein. Die Betriebe verstehen es inzwischen, mit wechselnden Angeboten Ausflügler anzulocken und somit Dauerarbeitsplätze auf dem Lande zu sichern. Blaubeeren und Kürbisse garantieren neue Erfolgsgeschichten.

In Klaistow können Blaubeeren nicht nur gekauft werden, Interessenten können die Früchte sogar auf großen Plantagen selbst ernten. Wie es sich herausstellte, macht das Pflücken der Beeren von den Sträuchern großen Spaß. Sie sind hier schließlich nicht so klein wie die in den märkischen Kiefernwäldern wild wachsenden Früchte. Auf den Plantagen gedeihen speziell gezüchteten Kulturheidelbeeren, die ursprünglich aus Nordamerika stammen. Der wichtigste Unterschied zu den Wald-Heidelbeeren zeigt sich schon nach dem ersten Biss: sie färben nicht mehr ab und hinterlassen somit auch keine blauen Zäune und Hände.

Am Rande des Geländes der Beelitzer Heilstätten haben die Klaistower Spargelbauern einen richtigen Heidelbeerpark angelegt. Die Sträucher wachsen auf einer zehn Hektar großen einstigen Kiefernwaldfläche und stehen mannshoch. "Bequemer geht’s kaum", lädt Parkchef Jürgen Hoffmann ein. "Sie brauchen sich nicht zu bücken und können die Beeren wie Trauben ernten."

Mit einem Korb geht es ans Werk. Zuerst wird natürlich der schönste Vorteil des Selbstpflückens ausgekostet – die Beeren verschwinden im Mund. Da gibt es glücklicherweise keinen Unterschied zu Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen oder der noch bevorstehenden Erntesaison bei Äpfeln und Birnen: Was im Mund steckt, kostet nichts und schmeckt direkt vom Strauch auch am Besten. Diesen Verlust haben die Betreiber der Anlagen von vornherein eingeplant. Dennoch müssen die Selbstpflücker für die 500-Gramm-Schale oder den 2-Kilo-Korb weniger als im Einzelverkauf bezahlen.

Manfred Schmidt, Chef des Beelitzer Spargelvereins, lobt die Kraft der Beeren. "Der blaue Farbstoff Anthocyan gilt in Amerika als Jungbrunnen für Körper und Geist", sagt er. Der hohe Kaliumgehalt helfe auch beim Abspecken. "Er hält die Arterien elastisch, senkt den Cholesterinspiegel und damit sogar das Risiko von Herzerkrankungen", meint Schmidt. Amerikanische Wissenschaftler empfehlen die Beeren auch zur Beruhigung bei Stress und als Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen.