Immer mehr Touristen auf Fahrrädern oder in ihren Autos steuern am Wochenende das vor 250 trocken gelegte Oderbruch an. Altreetz liegt dabei in der Mitte einer gewiss noch ausbaufähigen Touristenmeile. Diese beginnt gleich hinter Bad Freienwalde mit dem Museumsdorf Altranft. In den vergangenen Jahren hat hier die Zahl der Attraktionen im Schloss und in den Handwerkerhöfen erheblich zugenommen. Wenige Kilometer weiter stößt der Ausflügler auf den Zoo und noch weiter östlich steht kurz vor der Oder ein ganz anderer Anziehungspunkt. Das "Theater am Rand" in Zollbrücke, das von Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern betrieben wird, platzt bei seinen Vorstellungen fast immer aus den Nähten. Vor allem Berliner schätzen die Atmosphäre im alten Wohn- und Gasthaus, obwohl hier noch viele Dinge an ein Provisorium erinnern.

Wenn Peter Wilberg heute das spannendste Ereignis aus der fast zehnjährigen Zoogeschichte nennen soll, muss er nicht lange nachdenken. Im Sommer 2002 drohte das Hochwasser der Oder das gesamte Bruch und damit auch die Heimstatt der Tiere zu überfluten. In größter Eile wurden damals alle Tiere evakuiert, vom schweren Kamel bis zum leichten Papagei. Alle überlebten den Stress. Dank der Hilfe von Bundeswehrsoldaten, die schon die Überflutung des zehn Kilometer entfernten Deiches in buchstäblich letzter Sekunde verhindert hatten, entstand der Zoo schöner als zuvor.