Geübte Skater rollen von der Bahn gleich bis zur Rezeption und manchmal sogar bis ans Bett. Im Gästehaus Petkus, 70 Kilometer südlich Berlins, ist das kein Problem. Denn die Betreiber haben sich wie so viele am "Fläming-Skate" gelegene Hotels, Pensionen und Gaststätten auf die Anhänger der Trendsportart mit den kleinen Rollen an den Schuhsohlen eingestellt. Dem grauen Band aus feinstem Asphalt verdankt der Landkreis Teltow-Fläming wesentlich seinen Aufstieg zur erfolgreichsten Brandenburger Tourismusregion. Derzeit können die Skater auf 185 Kilometern zwischen Luckenwalde, Jüterbog und Dahme ihrem Hobby nachgehen. In den nächsten zwei Jahren sollen weitere 45 Kilometer durch Wälder und vorbei an Wiesen und Weiden hinzukommen.

Die Idee zu dieser schon heute längsten Strecke dieser Art in Deutschland geht auf den Landrat Peer Giesecke zurück. Vor zehn Jahren hatte sich bei ihm ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung in den Urlaub verabschiedet. Er wolle in Österreich skaten, denn da existiere ein großer Rundkurs mit einem tollen Service für die Sportler. "Wieso fährt der Mann deswegen nach Österreich, hatte ich mich damals gefragt", erinnert sich Giesecke jetzt. "So etwas können wir auch." Ganz so leicht, wie anfangs gedacht, klappte es dann doch nicht. Denn in den Förderprogrammen von Bund und Land existierte keine Skater-Strecke. So entschieden sich die Beamten aus dem Fläming zu einem Coup. Sie beantragten kurzerhand das Geld für einen ganz gewöhnlichen Radweg. Doch der Bau berücksichtigte bereits die künftige Verwendung, in dem der Belag besonders fein und glatt ausfiel und am Rande viele Rastplätze entstanden. Vor drei Jahren schließlich wurde der erste 100-Kilometer-Rundkurs für Skater und Radler bei Luckenwalde eröffnet.

Anfangs verhielten Hoteliers und Gastwirte skeptisch gegenüber den Skatern. Sie machten sich Sorgen um die Ruhe in den Biergärten und auf Terrassen. Sogar Gefahren für die Tierwelt schoben sie als Grund für ihre Ablehnung vor. Nur wenige konnten sich überhaupt vorstellen, dass die Sportler bei ihnen einkehren oder übernachten würden. Heute dagegen leben die Gaststätten und Hotels zum größten Teil von den "Flitzern".

Sie bieten inzwischen spezielle Skater-Menüs mit leichter Kost sowie günstige Ausleih-Konditionen für die Ausrüstung und spezielle Übernachtungsarrangements an. Das komfortable Hotel "Vierseithof" in Luckenwalde hat sich sogar ein mit dem Streckenplan bedrucktes T-Shirt ausgedacht.