Eine Neuauflage, die reizt zu fragen, ob dieses Buch inzwischen ein Klassiker ist, über den die Wirklichkeit schon hinweggeht, oder ob seine Thesen noch so frisch sind wie am ersten Tag. Vor fast zehn Jahren brachte die Soziologin Arlie Hochschild mit ihrer Untersuchung der Arbeitswelt in einem amerikanischen Unternehmen die geläufigen Wahrnehmungen durcheinander: Nein, das private Leben mit Kindern sei nicht der Hafen der warmen Gefühle, sondern ein ungemütlicher Arbeitsplatz, und ja, der Arbeitsplatz im Betrieb sei dafür durchaus eine familiäre Heimat geworden. Wer diese Studie samt Mechthild Oechsles substanzieller Einleitung heute liest, kann zehn Jahre Familien- und Unternehmensgeschichte nun auf ihre Fortschritte und Stillstände hin überprüfen. (Elisabeth von Thadden)

Arlie Russell Hochschild: Keine Zeit
Wenn die Firma zum Zuhause wird und zu Hause nur Arbeit wartet
2. Auflage, Verlag für Sozialwissenschaften; Wiesbaden 2006; 305 S., 19,90 Euro