Auch bei längerem unentschuldigtem Fehlen darf einem Arbeitnehmer nicht ohne vorhergegangene Abmahnung fristlos gekündigt werden. Im vorliegenden Fall hatte ein Arbeitnehmer geklagt, der von seiner Krankenkasse informiert worden war, dass sein Arbeitgeber ihn abgemeldet hatte. Im Vorfeld hatte er sich in einer anderen Sache an eine Rechtsanwältin gewendet und war darüber mit dem Arbeitgeber in einen Streit geraten. Währenddessen blieb der Arbeitnehmer mehrere Wochen unentschuldigt der Arbeit fern, woraufhin das Unternehmen ihm fristlos kündigte - zu Unrecht, wie das Gericht feststellte.

Bei der Einschaltung der Rechtsanwältin habe es sich um die Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. Außerdem hätte der Arbeitgeber den Mitarbeiter zunächst auffordern müssen, wieder zur Arbeit zu kommen. Eine fristlose Kündigung sei nur dann möglich, wenn eine solche Aufforderung ohne Erfolg bleibt (Az.: 22 Ca 8289/04) .