Wo lässt es sich besser arbeiten – in "normalen" Unternehmen, in denen die Eigentümer über ihre Angestellten herrschen, oder in Firmen, die im Besitz ihrer Mitarbeiter sind? Drei Forscher von der Stanford University und der Banca d’Italia haben anhand Zehntausender Unternehmensdaten aus Italien die Unterschiede erforscht. Ergebnis: Die Arbeitnehmer in den klassisch-kapitalistischen Betrieben erhalten im Schnitt 14 Prozent höhere Löhne als die Mitarbeiter – und Miteigentümer – der genossenschaftlichen Betriebe. Dividendenzahlungen an die Genossen sind bei diesem Vergleich schon berücksichtigt. Außerdem schwanken die Löhne in den arbeitnehmer-geführten Unternehmen stärker, dafür ist bei ihnen allerdings die Beschäftigung stabiler – sie greifen bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht so schnell zu Entlassungen. Nach Angaben der Autoren John Pencavel, Luigi Pistaferri und Fabiano Schivardi gibt es in keiner anderen Marktwirtschaft so viele Betriebe in Arbeitnehmerhand wie in Italien. Immerhin arbeiteten dort Ende der neunziger Jahre rund vier Prozent aller Beschäftigten in einer cooperativa – und langfristig ist die Zahl sogar gestiegen, 1981 waren es nur 2,5 Prozent. (rud)