ZEIT: Sie haben in Zürich die Firma TargetSim gegründet und produzieren Unternehmenssimulationen als Brettspiele – wie kann man sich die vorstellen?

Gudrun Vogt: Auf den ersten Blick sehen die Spiele aus wie Monopoly oder Die Siedler von Catan. Dahinter steckt die Abbildung komplexer unternehmerischer Abläufe. So sehen Sie bei einer Simulation für eine Schokoladenfabrik die komplette Wertschöpfungskette vom Einkauf der Kakaobohnen auf dem Weltmarkt bis zur Auslieferung der Schokoriegel, alles zum Anfassen und Begreifen. Die Vermögenswerte und Kosten stehen als Säulen aus Euro-Münzen vor Ihnen.

ZEIT: Was für Spielzüge sind damit verbunden?

Gudrun Vogt: Die Spieler entscheiden über unternehmerische Strategien und Investitionen. Auch Gehälter und Marketingkosten müssen gezahlt, Rohmaterial muss eingekauft werden. Es gibt realistische Ereignisse wie Missernten, mit Auswirkungen auf Ein- und Verkaufspreise. Typische Entscheidungen sind: Stelle ich das Produkt selbst her, oder kaufe ich es ein? An welchem Standort sollen wir in eine neue Produktionsanlage investieren? Wie setzen wir die Wachstumsstrategie unserer Firma um? Ist es sinnvoll, Dienstleistungen auszulagern?

ZEIT: Was für eine Ausbildung haben Sie?

Gudrun Vogt: Ich habe in St. Gallen BWL studiert, mit Abschluss in Personalführung. Meine Doktorarbeit habe ich geschrieben über "Human Resources in virtuellen Unternehmensstrukturen".

ZEIT: Wie sind Sie auf die Idee zur spielerischen Unternehmensberatung gekommen?