Die Unkenntnis über mehrere Minijobs ihrer Angestellten schützt Arbeitgeber nicht vor nachträglichen Zahlungen an die Sozialversicherung. Dies geht aus einem Beschluss des Hessischen Landessozialgerichts hervor. Die Beiträge zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung müssten selbst dann nachträglich geleistet werden, wenn der geringfügig Beschäftigte bei seiner Einstellung seinem Arbeitgeber fälschlicherweise versichert habe, keinen zusätzlichen Minijobs nachzugehen. Die Revision wurde nicht zugelassen (AZ L 1 KR 366/02) .

Die Einkommen aus geringfügigen Beschäftigungen werden zusammen gerechnet und unterliegen von einem bestimmten Monatseinkommen an der Sozialversicherungspflicht. Der Arbeitgeber ist vor der Beitragszahlung nach Auffassung des Gerichts weder durch Unkenntnis geschützt noch dadurch, dass er seiner Meldepflicht ordnungsgemäß nachgekommen ist. Das Gericht wies damit die Klage der Geschäftsführerin eines Reinigungsunternehmens zurück. Die Frau hatte sich geweigert, nachträglich Sozialversicherungsbeiträge für einen Mitarbeiter zu zahlen, der ohne ihr Wissen mehrere Minijobs hatte. (dpa)