Gute Vorsätze für den Job – und wie man sie verwirklicht

1. Nichts mehr Aufschieben

Das einzige Gegenmittel gegen die fatale Aufschieberitis ist leider eine bittere Pille: es endlich zu tun. Aber es gibt Hilfe, sie leichter zu schlucken: nicht an das große Ganze denken, besser mit wohldosierten Häppchen anfangen, sie sinnvoll planen, dann kommt mit dem Arbeitsfluss die Motivation von selbst. Indem man die Aufgabe öffentlich macht, entsteht zusätzlicher Druck, endlich zu Potte zu kommen. Sich selbst überlisten kann man, indem man als Belohnung etwas Angenehmes hinter das Unangenehme legt. Und sich bewusst macht, dass sich durch das Aufschieben auch die Quälerei in die Länge zieht. "Man muss sich selbst immer wieder sagen: Bring’s hinter dich, dann hast du deine Ruhe!", sagt die Ratgeber-Autorin Gitte Härter. Manche brauchen allerdings den Druck, um zur Höchstform aufzulaufen. "So etwas sollte man nur ändern, wenn es sich negativ auswirkt", warnt die Psychologin Angelika Gulder.

2. Kampf der Routine

Immer wiederkehrende Aufgaben sind oft qualvoll langweilig. Erträglicher werden sie, indem man genau das in einen Vorteil umwertet: Wenn Tätigkeiten gedanklich nicht fordern, kann man sie als Entspannungsphase nutzen. Gitte Härter empfiehlt, sich mit Kollegen darüber auszutauschen, wer was gerne macht und was nicht: "Oft ist man erstaunt, was man sich gegenseitig zuschanzen kann." Sinnvoll ist auch, Handlungsschritte erst einmal schriftlich zu planen – Ablaufpläne für Routinearbeiten wie etwa die Datensicherung, die man nur alle paar Wochen erledigen muss, helfen, beim nächsten Mal Zeit zu sparen. Also: sich einmal mehr Zeit zu nehmen, um Aufgaben systematisch zu strukturieren, um so langfristig Zeit zu sparen.

3. Weniger Überstunden machen

Wer in der Brieftasche nach dem Foto kramen muss, um die Frage nach der Haarfarbe der Tochter zu beantworten, sollte zunächst klären, ob es am eigenen Ehrgeiz oder schlicht an Arbeitsüberlastung liegt, dass er immer zu spät nach Hause kommt. Bei Letzterem hilft nur ein ehrliches Gespräch mit dem Chef. Andernfalls gilt: "Fertig wird man nie!" – ein Credo, das im Bewusstsein jedes Überstunden-Junkies verankert werden muss. "Es ist absurd, zu glauben, dass der Schreibtisch irgendwann mal leer wird", sagt der Karriere-Coach Jens Tomas – und selbst wenn, gebe einem der Chef eben mehr zu tun. Fatal ist das Gefühl, auch nach einem langen Tag immer noch nichts geschafft zu haben. Tomas rät, sich in einem allabendlichen Ritual drei Fragen zu stellen: Was habe ich geleistet? Was gelernt? Und: Was war noch nicht perfekt? "Heimgehen!" in den Kalender einzutragen oder sich von Kollegen heimschicken zu lassen klingt zwar albern, die psychologische Wirkung ist aber beachtlich. Oder aber man stellt sich einen Wecker, der eine halbe Stunde vor Dienstschluss klingelt, und erledigt von da an nur noch Kleinigkeiten. Workaholics mag die Einsicht helfen, dass man nach einem Zwölfstundentag nicht mehr so leistungsfähig ist, wie man das gerne hätte.

4. Ordnung halten