Frauen sind in der europäischen Forschung immer noch stark unterrepräsentiert, zeigt der jüngst veröffentlichte EU-Bericht "She Figures 2003". Demnach sind nur 15 Prozent der Forscher in Unternehmen weiblich. Bei staatlichen und universitären Einrichtungen liegt der Anteil bei etwa einem Drittel. Mangelnde Qualifikation kann jedoch nicht die Ursache dafür sein: Immerhin 40 Prozent aller Doktortitel werden an Frauen vergeben.

Deutschlands Forscherinnen liegen im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt. Ihr Anteil lag 2002 in Unternehmen bei nur 8,6 Prozent, im Hochschulbereich bei 27,7 Prozent. Von allen Professoren sind in Deutschland nur 11,9 Prozent weiblich. Noch schlechter schnitten Österreich und die Niederlande ab: Hier sind nur etwa sechs Prozent der höheren akademischen Mitarbeiter Frauen. 

"She Figures 2003" ist die größte Sammlung von europäischen Daten, die je in diesem Bereich zusammengestellt wurde. Die komplette Studie (116 Seiten, englisch) steht zum kostenlosen Download auf der Internetseite der europäischen Kommission:
http://europa.eu.int/comm/research/science-society/highlights_de.html

Weitere Berichte und Untersuchungen zur Situation von Frauen an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in der Industrieforschung:

Women in Industrial Research (WIR), A wake up call for European Industry:http://europa.eu.int/comm/research/science-society/women/wir/report_en.html

Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, "Siebte Fortschreibung des Datenmaterials zu Frauen in Führungspositionen an Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen":
http://www.blk-bonn.de/papers/heft109.pdf