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mailto:jobnewsletter@zeit.de*** INHALT ***1. Bewerben international (III): Italien2. Bildungsmesse: Auslandsaufenthalt3. Kursangebot: Schreibtraining4. Messe und Kongress: Learntec *** 1. Bewerben international (III): Italien *** Von Jörn MüllerWie in allen EU-Ländern ist für EU-Bürger der Zugang zum italienischen Arbeitsmarkt verhältnismäßig problemlos. Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz, nach welchem für EU-Bürger dieselben Bedingungen gelten müssen wie für einheimische Arbeitsuchende. Man benötigt also weder eine amtliche Arbeitserlaubnis, noch dürfen Unternehmen die Einstellung von EU-Bürgern bestimmter Herkunft prinzipiell ausschließen. Es ist nach diesen Bestimmungen allerdings zulässig, angemessene Sprachkenntnisse und Berufsqualifikationen zu fordern. Eine Ausnahme des Gleichheitsgebots gilt für die Beschäftigung im öffentlichen Dienst, besonders bei Ämtern mit so genannten hoheitlichen Aufgaben wie beispielsweise bei der Polizei. Hier darf für eine Einstellung die italienische Staatsbürgerschaft vorausgesetzt werden.Hält man sich drei Monate oder weniger in Italien auf - etwa zur Stellensuche -, ist dafür keine Genehmigung erforderlich. Allerdings muss man seinen Aufenthalt - unabhängig von dessen Dauer - bei der örtlichen Polizeipräfektur (Questura) melden ("anzeigen"). Dies muss bereits innerhalb der ersten acht Tage nach Ankunft in Italien erledigt werden.Will man länger als drei Monate in Italien bleiben, so benötigt man eine Aufenthaltserlaubnis. Diese steht einem (unter anderem) dann zu, wenn man ein Arbeitsverhältnis nachweisen kann; Familienangehörige haben den gleichen Anspruch auf eine Aufenthaltsgenehmigung. Die Aufenthaltserlaubnis wird für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses erteilt, bei unbefristeten Verträgen zunächst für fünf Jahre. Die Anträge auf Aufenthaltserlaubnis werden ebenfalls bei der Polizeipräfektur gestellt.Die Stellensuche in Italien funktioniert praktisch genauso wie in Deutschland. Für die offizielle Stellenvermittlung sind die örtlichen Arbeitsämter zuständig. In fast jeder Stadt gibt es solch ein "Ufficio di Collocamento", die Adresse lässt sich im örtlichen Telefonbuch herausfinden. Als Arbeitsuchender kann man sich dort in die Vermittlungsliste eintragen lassen. Die Vermittlung erfolgt nach einem Punktesystem.Besonders in Norditalien werden zunehmend Personalberatungsunternehmen von Firmen beauftragt, die die Bewerberauswahl für Fach- und Führungskräfte vorbereiten sollen. Personalberater dürfen Bewerberlisten führen, es kann sich also lohnen, sich um die Aufnahme in derartige Listen zu bemühen. Zeitarbeit hat keinen besonders hohen Stellenwert. Die Schwerpunkte liegen hier in den Sparten Tourismus und Landwirtschaft.Sinnvoll und empfehlenswert ist die Stellensuche auf eigene Faust. Stellenanzeigen sind in allen regionalen und überregionalen Tageszeitungen zu finden. Leider bekommt man in Deutschland meist nur die Auslandsausgaben der Zeitungen, die in der Regel nicht die Beilagen mit den Stellenanzeigen enthalten. Es lohnt sich daher, auf den Internetseiten der einzelnen Zeitungen vorbeizuschauen, in einigen Fällen werden dort auch die Stellenanzeigen veröffentlicht. Die Zeitung "La Repubblica" führt für inserierende Unternehmen eine Berufsdatenbank. Jobsuchende können sich hier kostenlos eintragen lassen. In der Tageszeitung "Il Sole - 24 Ore" erscheint dienstags eine umfangreiche Liste mit freien Stellen, einmal im Monat gibt es dort eine spezielle Hochschulbeilage mit Informationen zu Stellensuche und Bewerbung.In Rom erscheinen (vierzehntägig) zwei englischsprachige Zeitschriften mit Stellenanzeigen: "Wanted in Rome" und "Metropolitan". Fachzeitschriften enthalten oft ebenfalls Stellenanzeigen - häufig werden hier jedoch Personen mit sehr speziellen Kenntnissen und Berufserfahrungen gesucht - Berufseinsteiger haben dann kaum eine Chance. Empfehlenswert für Hochschulabsolventen sind die zahlreichen Rekrutierungs- und Jobmessen, die von Studentischen Initiativen oder von Privatunternehmen organisiert werden. Besondere Berufsberatungs-Büros an Universitäten und Hochschulen sind in Italien sehr selten.Auch Initiativbewerbungen sind zu empfehlen. Die Recherche nach Adressen in Frage kommender Firmen erleichtern Nachschlagewerke wie "Kompass" oder eine jährliche Beilage von "Il Mondo". Ein spezielles Nachschlagewerk für Hochschulabsolventen heißt "Azienda Informa".Gutes "Networking" ist bei der Stellensuche wie immer sehr nützlich. Es ist äußerst hilfreich, persönliche Bekanntschaften und sogar familiäre Beziehungen zu nutzen. Einerseits kann man per Mundpropaganda frühzeitig Informationen über freie Stellen erhalten, andererseits können Empfehlungen vertrauenswürdiger Personen die Einstellungschancen deutlich erhöhen.Gerade an Akademiker werden bei der Neubesetzung von Stellen sehr hohe Ansprüche gestellt. Fast immer wird neben dem Studienabschluss ein beträchtliches Maß an Berufserfahrung erwartet. Diese Erfahrungen sollte man schon während des Studiums in verschiedenen Praktika oder vielleicht sogar bei einer Nebenbeschäftigung erworben haben. Besonders für Nicht-Italiener, die sich auf dem regulären Arbeitsmarkt bewerben, ist es sehr hilfreich, möglichst mehrere Praktika absolviert zu haben - vorzugsweise direkt in Italien, zumindest aber in italienischen oder internationalen Unternehmen. Neben ersten Berufserfahrungen bekommt man bei Praktika frühzeitig Kontakte, die später sehr hilfreich sein können.Die schriftliche Bewerbung enthält normalerweise ein Bewerbungsschreiben und den Lebenslauf. Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein und den üblichen Anforderungen entsprechen: Bezugnahme auf die Stelle, kurze Erläuterung der Bewerbungsgründe und Zusammenfassung der spezifischen Qualifikationen. Im Briefkopf werden der volle Name, die Adresse und die Telefonnummer angegeben.Der Lebenslauf soll möglichst sachlich gehalten werden. Er enthält neben den persönlichen Angaben alle wichtigen Daten zu Ausbildung und Schulbesuch. Die Berufserfahrung kann man - ggf. auf einem gesonderten Blatt - auch etwas detaillierter (aber trotzdem knapp) darstellen. Unüblich ist die sogenannte dritte Seite mit ausführlichen Beschreibungen von persönlicher Motivation, Karrierezielen etc. Auch Hobbys und Freizeitaktivitäten bleiben besser unerwähnt. Ebenfalls unüblich ist es, ein Passfoto einzufügen. Männer sollten unbedingt erwähnen, ob sie bereits Wehr- oder Zivildienst geleistet haben (dieser wird in Italien normalerweise vor Berufsbeginn absolviert). Zeugnisse, Zertifikate, Diplome und ähnliche Bescheinigungen werden nicht beigefügt, diese Unterlagen bringt man zum Vorstellungsgespräch mit. Seinem Interesse an der Stelle kann man etwas Nachdruck verleihen, wenn man dem Schreiben einen adressierten Rückumschlag mit ein oder zwei internationalen Antwortscheinen beilegt.Das Bewerbungsverfahren kann sich relativ lange hinziehen, drei Monate sind absolut nicht ungewöhnlich. Es werden meist mehrere Vorstellungsgespräche geführt, ca. drei bis vier sind üblich. Hier hat man Gelegenheit, sich als passender Kandidat zu präsentieren und die persönliche Motivation, die einen zu der Bewerbung veranlasst hat, darzustellen. Gern gesehen sind selbstsicheres und dynamisches Auftreten. Es gilt, mit den persönlichen Eigenschaften zu überzeugen. Erst wenn man das geschafft hat, wird die berufliche Qualifikation genauer geprüft. Auf die Kleidung wird besonders viel Wert gelegt. Wer sich gut anzieht, zeigt, wie wichtig ihm die Bewerbung ist.Grundsätzlich sind schriftliche und mündliche Verträge zulässig. In bestimmten Fällen ist jedoch ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorgeschrieben, unter anderem bei Teilzeitbeschäftigung oder wenn ein Tarifvertrag besteht.Für die Einkommensteuer und die Sozialversicherung sind in Italien weitgehend die Arbeitgeber zuständig. Sie leiten die Beiträge, sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil, eigenständig weiter. Der Einkommensteuertarif ist progressiv gestaltet, er liegt zwischen 10% und 51%. Grundlage der Berechnung ist das voraussichtliche Jahreseinkommen. Die endgültige Berechnung erfolgt am Jahresende. Arbeitnehmer müssen normalerweise keine Einkommensteuererklärung abgeben.************************ INFO **************************In der Reihe "Bewerben international" bisher erschienen:* Frankreichhttp://www.zeit.de/chancen/jobletter/jl09* Spanienhttp://www.zeit.de/chancen/jobletter/jl25*********************************************************Die Meldung zur Sozialversicherung erfolgt ebenfalls durch den Arbeitgeber. Die Sozialversicherung umfasst Kranken- undMutterschaftsversicherung, Versicherung gegen Arbeitsunfälle undBerufskrankheiten, allgemeine obligatorische Invaliditäts-,Alters- und Hinterbliebenenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Familienleistungen.Die Leistungen der Kranken- und Mutterschaftsversicherung stehen allen zu, die ihren Wohnsitz in Italien haben. Zuständig ist der Gesundheitsdienst ("Servizio Sanitario Nazionale"). Man muss sich aber beim Gesundheitsamt der Gemeinde ("Unità Sanitaria Locale" - USL) eintragen lassen, um eine Versicherungsnummer zu bekommen.Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sollten unbedingt auf Italienisch abgefasst werden. Wenn möglich sollte man bei Bewerbungen seine Sprachkenntnisse mit Zertifikaten oder Zeugnissen belegen. In einigen Regionen wird eine weitere Sprache gesprochen, das sind besonders Griechisch, Französisch oder Deutsch. Doch selbst wenn man sich dort bewirbt, kann man auf Italienisch nicht verzichten.Informationen zu Stellensuche und Bewerbung in Italien:* Dialog mit den Bürgern - ItalienLänderinformationen der EU - ausführlich und informativ, aber leider unübersichtlich strukturierthttp://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/it/home.htmBewerbung:http://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/it/010002.htmAnerkennung der Diplome:http://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/it/1079833.htmSozialversicherung:http://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/it/0107983.htmSteuern:http://europa.eu.int/scadplus/citizens/de/it/1080.htm* "Dialog mit Bürgern und Unternehmen" - ItalienEU-Informationssystem, ähnlich wie der "Dialog mit den Bürgern",teilweise identische Inhalte, jedoch nicht ganz so umfangreich;etwas ansprechender und strukturierter aufgemacht. Einige nützliche Adressenhttp://citizens.eu.int/de/de/it/origdest.htmESTIA-Projekt der EU zur Förderung der Mobilität - Informationen zuItalien (vor allem nützliche Links beispielsweise zum Thema Arbeitsmarkt):http://www.centrorisorse.org/estia/* Bundesanstalt für ArbeitEURES Informationsblatt "Arbeiten in Italien (PDF-Datei mit einigen interessanten Links und Adressen)http://www.arbeitsamt.de/hst/international/publinks/publikationen/arbini.pdfBewerberseminare Ausland (Ankündigung dort: "Über das Seminarangebot in 2003 ist noch nicht abschließend entschieden. Die Termine werden so schnell wie möglich auf diesen Seiten veröffentlicht.")http://www.arbeitsamt.de/hst/international/arbausl/bewerberseminare/index.html* EurograduateBewerbungstipps für Italien, knapp und übersichtlich, die Informationen beruhen offenbar auf den Angabenaus "Dialog mit den Bürgern" bzw. "Dialog mit Bürgern undUnternehmen"http://www.eurograduate.com/S%20Europe%20folder/planseu.htm#italy* Auswärtiges AmtLänder- und Reiseinformationen zu Italienhttp://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=67* Europäisches Beschäftigungsobservatorium -Basisinformationsbericht ItalienInformationen zur Arbeitsmarktpolitik in Italien (von 1997)http://www.eu-employment-observatory.net/ersep/i_d/index.asp* EURES (European Employment Services)Netzwerk der europäischen Arbeitsverwaltungen. Hier findet sich auch eine europaweite Online-Stellenboersehttp://europa.eu.int/eures/index.jsp *** 2. Bildungsmesse: Auslandsaufenthalt *** Am 4. Februar findet in Köln die Bildungsbörse "Wege ins Ausland" statt. Veranstaltet wird diese Messe von den Arbeitsämtern Köln, Bonn und Aachen und der Thomas-Morus-Akademie Bensberg. Interessenten können sich auf der Veranstaltung über verschiedene Möglichkeiten des Auslandsaufenthalts informieren.Rund fünfzig Aussteller aus den Bereichen Au pair undSprachaufenthalte, soziale Dienste, Studium, internationale Weiterbildung und Arbeitsvermittlung sowie kulturelle Zusammenarbeit informieren über verschiedene Aspekte wie Planung, Finanzierung, Anerkennung von Zeugnissen und soziale Absicherung bei Auslandsaufenthalten.Im Begleitprogramm gibt es außerdem verschiedene Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.Der Eintritt ist freiDienstag, 4. Februar 2003ab 9.30 UhrMaternushausKardinal-Frings-Straße 1-350668 Kölnhttp://www.wege-insausland.info *** 3. Kursangebot: Schreibtraining *** Wissenschaftliches Schreiben kann man jetzt in Würzburg lernen. Das Angebot des Bildungsträgers "magnaVoce" umfasst verschiedene Kurse und Workshops, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten. Die Kursteilnehmer sollen professionelles und stilsicheres Schreiben - insbesondere im akademischen Kontext -erlernen oder trainieren.Neben "Anfängerkursen" für das Grundstudium und Schreibtraining für Abschlussarbeiten gehören Schreib- und Grammatikübungen für ausländische Studierende zum Programm. Außerdem gibt es Kurse zur Bewerbung im Ausland oder in internationalen Organisationen.Einige der Kurse lassen sich auch als "interaktive Skripte" zum Selbstlernen über das Internet herunterladen. So beispielsweise der Stilkunde-Kurs "Stil-sicher!". In der Download-Version kostet dieser Kurs 29,- Euro.Genauere Informationen, Kurstermine und Downloads:http://www.magnavoce.de/ *** 4. Messe und Kongress: Learntec *** Vom 4. bis 7. Februar findet in Karlsruhe die "Learntec 2003" statt. "Kongress und Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie" lautet der ausführliche Titel der Veranstaltung. Hier sollen die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet E-Learning vorgestellt werden. Die Aussteller auf der Messe sind vor allem Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen. Neben Software-Entwicklungen werden auch konkrete neue E-Learning-Kursangebote vorgestellt.Auf dem Kongress werden Vorträge zu unterschiedlichen Aspekten des E-Learnings zu hören sein. Die entsprechenden Sektionen sind unterschiedlichen Themenbereichen gewidmet: "Hochschule - Wirtschaft", "Handwerk", "Medizin" sowie "Öffentliche Verwaltung". Außerdem findet ein "Trainer-Symposium" statt (dieses ist jedoch schon ausgebucht, die Anmeldung hierfür ist nicht mehr möglich).Weitere Informationen, Programm, Anmeldung und Berichterstattung während der Veranstaltung:http://www.learntec.de/(jm)