Ich habe einmal generell eine Frage zur Urlaubsgenehmigung. Muss ich meinen Urlaub "stückeln" oder kann ich auch meinen gesamten Jahresurlaub auf einmal nehmen?, fragt Stefanie Bartel

Sehr geehrte Frau Bartel,

Jeden Mittwoch beantwortet der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt Fragen zum Arbeitsrecht auf ZEIT ONLINE

das Bundesurlaubsgesetz verlangt, den Erholungsurlaub grundsätzlich zusammenhängend zu gewähren. Mindestens muss Ihr Arbeitgeber Ihnen aber 12 aufeinander folgende Werktage (einschließlich der Sonnabende) gewähren, sofern Sie einen Anspruch auf Urlaub von mehr als 12 Werktagen haben, was ich einmal unterstelle.

Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer die zusammenhängende Gewährung zwar durchsetzen könnte und ihm das Gesetz zur Seite stehen würde. Der Arbeitnehmer kann aber auch durchaus im Einzelfall einer kürzeren Urlaubszeit zustimmen; er würde dadurch für die Zukunft sein Recht an einem zusammenhängenden Urlaub nicht verlieren. Grund: Der Erholungseffekt, den ein Urlaub ja haben soll, setzt bekanntlich erst nach geraumer Zeit ein.

Ihren kompletten Jahresurlaub am Stück und über mehrere Wochen zu nehmen, können Sie demnach nicht rechtlich einfordern. Haben Sie jedoch einen guten Grund für Ihr Anliegen, beispielsweise eine Fernreise, ein Umzug, persönliche Probleme, hat Ihr Arbeitgeber sicher Verständnis, wenn dies lang genug vorher angekündigt, beantragt und abgesprochen wird. Oder aber Sie einigen sich auf einen Kompromiss (z.B. Sie arbeiten vor und häufen so Überstunden an).

Ihr Ulf Weigelt

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