Ein Azubi stürzt in seiner Freizeit schwer mit dem Fahrrad. Ein Anwalt leidet unter chronischen Depressionen. Ein Makler bekommt einen Schlaganfall. Egal ob Unfall, körperliche Erkrankung oder psychisches Leiden, es gibt viele Gründe, warum ein Mensch berufsunfähig werden kann. Doch die wenigsten Deutschen sind für diesen Fall gerüstet, Schätzungen zufolge haben gerade mal drei von zehn Deutschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Bis 2001 zählte sie zum gesetzlichen Versicherungsschutz, nun müssen sich Erwerbstätige, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, selbst versichern, erklärt Hajo Köster, Justiziar beim Bund der Versicherten. Er empfiehlt die Versicherung allen, die nicht von ihrem Vermögen leben könnten, wenn sie ihrem Beruf nicht mehr nachgehen könnten.

"Am Besten sichert man sich schon während des Studiums oder in der Ausbildung ab", sagt Köster. Je jünger und gesünder man beim Abschluss ist, desto günstiger ist der monatliche Versicherungsbeitrag – und der bleibt für die gesamte Laufzeit gleich.

Ein Beispiel: Ein 19-jähriger Student der Naturwissenschaften, Nichtraucher, möchte sich bis zu seinem 67. Lebensjahr gegen Berufsunfähigkeit absichern und im Ernstfall eine monatliche Rente von 1.000 Euro beziehen. Schließt er die BU als 19-Jähriger ab, zahlt er ab 31,31 Euro monatlich, wartet er bis zu seinem 29. Lebensjahr, zahlt er schon 38,80 Euro und als 39-Jähriger müsste er einen Monatsbeitrag von 52,77 Euro zahlen, rechnet Köster vor.

Der Beitrag berechnet sich auf Grundlage des aktuellen Gesundheitszustands des Antragsstellers, Krankheiten müssen nachträglich nicht nachgemeldet werden. Einzig, ob man Raucher geworden ist, wollen viele Versicherungen nachträglich erfahren. "Weil junge Menschen meist gesünder sind, rentiert sich ein früher Versicherungsabschluss", sagt der Experte vom Bund der Versicherten.

"Verschulden sollten sich junge Menschen für eine BU allerdings nicht", rät Susanne Meunier, Redakteurin bei Stiftung Warentest. In einer gerade veröffentlichten Untersuchung (Ausgabe 7/2011) haben sie und ihre Kollegen die Angebote verschiedener Versicherungsunternehmen verglichen. Das Ergebnis: Die Offerten sind extrem unterschiedlich, Kunden sollten sich vorab gut informieren.