Das Camus-Jahr geht zu Ende, in der Silvesternacht rollt der Stein des Sisyphos – der altgriechische Mythos, den Albert Camus Mitte des 20. Jahrhunderts neu belebt hat –  ins Tal mit der Forderung an uns, ihn den Berg wieder hinauf zu schieben. Zum neuen Jahr stehen wir vor keiner geringeren Aufgabe als im alten. 

Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, was sie 2014 beim Steinrollen anders machen wollen.

Ein Klassiker ist der Umgang mit dem Essen:

Neben Tortenschlachten ist es einigen Usern ein Bedürfnis, im neuen Jahr auf Fleisch zu verzichten. Derya H. will sich vegan ernähren, auch wenn "der gekaufte Ledergürtel nicht gleich weggeworfen werden" muss. Ein weiterer User möchte sein Gewicht halten – trotz  Diplomarbeit.

Beim Thema Studium haben unsere Leser unterschiedlichste Vorhaben: Während StephMeph aller Einwände zum Trotz ein Fernstudium in Psychologie beginnen möchte, zieht es Marc vor, sein Studium abzubrechen, "um wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu haben".

Berufliches steht ganz oben bei den guten Vorsätzen. Manche nehmen sich vor, den Chef weniger zu ärgern, was Inga-Lill Gärtner jedoch nur bis zum 9. Januar gelingen wird, denn dann ist ihr Urlaub zu Ende. Anne Berghoff ist weniger realistisch: "Ich lerne zaubern. Um die eine magische Bewerbung zu schreiben, die nicht in den Untiefen diverser Poststellen oder Personalbüros verschwindet." Artus Daniel-Hoerfeld möchte 2014 einen Verlag für sein Buch finden. Ein Anliegen Bernd Volkhardt Krölls ist es wiederum, "nicht wie Sisyphos zu arbeiten", sondern lieber "wie Diogenes zu relaxen".

Suche nach der Weisheit

Die persönliche Selbstbestimmtheit ist für Leserin Line wichtig: Sie möchte Fahrstunden nehmen, um sich "nach weit über 20 Jahren wieder hinter das Steuer eines Autos zu trauen, um auch ohne den designierten Exmann die Welt erfahren zu können". Rebecca Kelber hingegen will nach einer Leukämie-Erkrankung "neu anfangen und dabei die kleinen Selbstverständlichkeiten und großen Momente so sehr genießen, wie es nur geht". Und nachdem Christian Willeke sich mit vielen guten Freunden verkracht hat, plant er eine Aktion, um seine "besten Freunde zum Lachen zu bringen".

Einen Brocken hat sich ein weiterer Leser vorgenommen: Für ihn startet am 1. Januar die Lektüre einer gesamten Brockhaus-Ausgabe. Bei einer Seite pro Tag wird er damit bis 2028 beschäftigt sein… Um eine Erweiterung seines Wissens geht es schließlich auch ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner. Er möchte "einmal alle Fragen des ZEIT-ONLINE-Wissenstests richtig beantworten". Weniger konkret formuliert es Alex Schiebel: "Ich habe vor, Weisheit zu erlangen!"

Auch Bewegung ist ein Thema. Während sich einige vornehmen, ab Frühjahr mehr Rad zu fahren, geht es Leser Moses weniger ökologisch an: Seine Jahrhunderte alte, erhabene Rotbuche im Garten möchte er spätestens zu der Zeit des Jahres fällen, in der die ersten Blätter sprießen. Der Grund: Er will weiterhin Blicke auf seine "noch viel traumhaftere Nachbarin" erhaschen.

Ursula Sikuta schlägt einen Perspektivwechsel vor: "Jeden Tag genießen und als guten Tag erklären… Vom Mond aus betrachtet ist manches so herrlich irrelevant… öfters mal diese Sicht einnehmen".

Wie auch immer die persönliche Sisyphos-Aufgabe lautet, Kim Wilken hat einen Tipp: