Der Frauenanteil in den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Er fiel mit 6,3 Prozent um 1,5 Prozentpunkte geringer aus als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Allerdings stieg der Frauenanteil in den etwas weniger entscheidenden Aufsichtsräten um 2,5 Prozent auf 21,9 Prozent.

Die Untersuchung zeigt, dass auch der Frauenanteil in den Chefetagen der 200 umsatzstärksten Unternehmen nur langsam steigt. Im vergangenen Jahr waren 15 Prozent der Führungsjobs mit einer Frau besetzt – immerhin zwei Prozent mehr als im Vorjahr. In den Vorständen stagnierte er bei gut vier Prozent.

Der Trend zu mehr Frauen in Spitzengremien habe sich insgesamt fortgesetzt, allerdings in geringerem Ausmaß. "Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Frauen in Spitzenpositionen kein Selbstläufer sind", erklärte Elke Horst vom DIW. Für eine möglichst paritätische Postenbesetzung seien deutlich größere Anstrengungen nötig.

Trotz des Rückgangs in den Chefetagen der DAX-30-Unternehmen seien Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen oftmals besser repräsentiert als im Durchschnitt der Top-200-Unternehmen, teilte das DIW mit. Ein Grund könne das höhere öffentliche Interesse an Börsenunternehmen sein. Oftmals sei es jedoch eher die Arbeitnehmerseite als die Eigentümerseite, die Frauen in die Aufsichtsräte der Börsenunternehmen entsende.

Frauen bleiben unterrepräsentiert

In Unternehmen, an denen der Bund beteiligt ist, liege der Frauenanteil auch nicht merklich höher, erklärte das DIW. Zwar wiesen die Vorstände mit fast 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen etwas höheren Anteil von Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen auf als die Top-200-Unternehmen. In den Aufsichtsräten sei der Anteil jedoch um zwei Prozentpunkte auf 18 Prozent gesunken. "Die Unternehmen mit Bundesbeteiligung könnten eine Vorreiter- oder gar Vorbildrolle einnehmen, sind davon allerdings noch weit entfernt", erklärte Holst.

Auch die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute lagen 2013 mit einem Frauenanteil in Vorständen von knapp fünf Prozent hinter den privaten Banken und Genossenschaftsbanken zurück. Dort hatten immerhin rund acht Prozent Frauen einen Chefposten inne.

Bis 2016 muss der Frauenanteil zumindest in den börsennotierten Konzernen steigen: Die schwarz-rote Regierung will laut Koalitionsvertrag eine Frauenquote einführen. Danach müssen 30 Prozent der Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen ab 2016 weiblich sein.

Der DIW fordert die Unternehmen für das Erreichen der Quote zu größeren Anstrengungen auf. Die Forscher plädieren unter anderem für eine frauenfreundlichere Unternehmenskultur, mehr Transparenz innerhalb der Unternehmen bei Einstellungen und Beförderungen sowie ambitionierte Selbstverpflichtungen hinsichtlich der Frauenanteile. Dies betreffe auch die Führungsebenen unterhalb des Vorstands.