Videoüberwachung am Arbeitsplatz verletzt die Persönlichkeitsrechte von Arbeitnehmern und rechtfertigt deshalb ein Schmerzensgeld. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt entschieden. Die Richter sprachen einem Techniker bei einem Computerunternehmen 3.500 Euro zu. Der Mann arbeitet mittlerweile nicht mehr bei der Firma.

Der Mann hatte in einem vom Verkaufsraum getrennten Zimmer Computer repariert und wurde ständig dabei gefilmt. Eine datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung hatte er zwar erhalten, aber nicht unterschrieben.

Das Gericht wertete die Überwachung als "schwerwiegende Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts". Es gehöre zum Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen, ob Filmaufnahmen von ihm gemacht und möglicherweise gegen ihn verwendet werden dürften, heißt es in der Entscheidung.

Das Urteil ist insofern außergewöhnlich, als bei solchen Verstößen häufig kein oder nur ein geringes Schmerzensgeld gezahlt werden muss, weil in den meisten Fällen der entstandene Schaden schwer zu beziffern ist. In vorangegangenen Urteilen wurden die Betroffenen entschädigt, wenn sie durch die Videoüberwachung nachweislich psychisch unter Druck gesetzt wurden. So etwa im Fall von Leiharbeiterinnen, die drei Monate von einer sichtbar angebrachten Kamera überwacht worden waren.