Mächtige Gewerkschaften? Von wegen. Der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten ist seit über 20 Jahren rückläufig – und das weltweit. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Am höchsten ist der Organisationsgrad in Schweden, wo fast 70 Prozent aller Lohn- und Gehaltsempfänger in einer Gewerkschaft sind. Allerdings waren es Anfang der neunziger Jahre noch über 80 Prozent der Schweden. Hierzulande ist der Anteil der Gewerkschaftler ebenfalls zurückgegangen: Zwar stieg der Anteil der Organisierten kurz nach der Wende auf fast 40 Prozent an – seither verlieren die Gewerkschaften jedoch kontinuierlich Mitglieder. Mittlerweile ist nur noch jeder fünfte Arbeitnehmer in einer Gewerkschaft. Ähnlich sieht es in Großbritannien aus, das eine bewegte Gewerkschaftsgeschichte hat. In den achtziger Jahren wurde unter der Regierung von Margaret Thatcher die Pflichtmitgliedschaft für Arbeiter zahlreicher Unternehmen in einer Gewerkschaft abgeschafft. 1990 waren nur noch knapp ein Viertel der britischen Arbeiter organisiert. Heute sind es unter 20 Prozent.

Besonders stark ist der Mitgliederschwund in Österreich: 1990 war noch fast jeder Zweite im Alpenland auch Mitglied in einer Gewerkschaft. Heute sind nicht mal mehr 30 Prozent der Österreicher organisiert.

Lediglich in Italien ist der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder in den vergangenen 25 Jahren nahezu konstant geblieben: 1990 waren fast 40 Prozent der Italiener gewerkschaftlich organisiert, heute sind es nur wenige Prozent weniger.

Die weltweit erste Gewerkschaft wurde übrigens 1842 von Schriftsetzern in Belgien gegründet. Und in Deutschland sind mehr Menschen Mitglied in einer Gewerkschaft als in einer Partei: Gerade einmal zwei Prozent der Bürger in den westdeutschen Bundesländern haben ein Parteibuch. Im Osten sind es sogar unter einem Prozent.