Cover von "Kapstadt statt Karstadt" © PR: Campus Verlag

Darum geht es: Der internationale Arbeitsmarkt ist in Bewegung – rund 800.000 Menschen wandern jährlich nach Europa ein und etwa 550.000 zur gleichen Zeit aus. In die USA kommen pro Jahr gut 62.000 Menschen, 54.000 Amerikaner verlassen das Land, um in einem anderen Land zu arbeiten. 

Im Ausland zu arbeiten ist ein großes Abenteuer und puscht die Karriere. Dazu müssen allerdings auch diverse ländertypische Hürden genommen werden, denn ausländische Behörden, Kollegen und Unternehmen ticken häufig anders. Und auch Essgewohnheiten können im ersten Moment schocken.

Wer vom Job im Ausland träumt, sollte sich deshalb zunächst gut überlegen, warum er gehen möchte und welche Länder infrage kommen, raten Anne Jacoby und Florian Vollmers in ihrem Ratgeber Kapstadt statt Karstadt. Auch ist vor dem Kofferpacken eine Menge zu erledigen: Vom Lernen der Sprache einmal abgesehen, steht vor der Abreise viel Papierkram an.

Pluspunkt: Der Ratgeber liefert neben umfangreichen Informationen und Fakten viele Praxisberichte. In zahlreichen Interviews erzählen Deutsche von ihren Erfahrungen im Ausland. Auch Personaler haben die Autoren interviewt. Sie erzählen, welche Fettnäpfchen im internationalen Business lauern können.  Die Berichte sind spannend und machen Spaß zu lesen.

Aufbau und Sprache: Die beiden Journalisten lenken den Leser in Kapstadt statt Karstadt systematisch durch das Thema. Das Buch soll konkrete Hilfestellung für junge Berufstätige geben, die einen Auslandsaufenthalt anpeilen. Die Autoren zeigen, was vor der Abreise zu erledigen ist, worauf es bei Bewerbungen im Ausland ankommt und wie der erste Kulturschock zu überwinden ist. Musterlebensläufe, Checklisten sowie zahlreiche Links und Literaturhinweise fehlen da nicht.

Der Ratgeber soll die speziell Jüngere ansprechen. Deshalb ist das Büchlein wie ein Magazin gestaltet mit lockerer Sprache und Optik. Dass beide Autoren Journalisten sind, ist dem Ratgeber positiv anzumerken.

Minuspunkte: Der Untertitel So geht internationale Karriere heute führt allerdings in die Irre. Denn man erwartet einen Ratgeber, der Berufseinsteigern einen umfangreichen Überblick über die Karrieremöglichkeiten im Ausland bietet. Dafür jedoch sind die Informationen und die Erfahrungsberichte zu dürftig. Und erfahrene Berufstätige kommen gar nicht zu Wort. Das ist schade.

Bewertung: Kapstadt statt Karstadt ist ein solider Ratgeber für alle, die vor ihrem ersten längeren Auslandsaufenthalt stehen. Wer allerdings schon mal als Austauschschüler oder Student erste Auslandserfahrungen gesammelt hat, findet in dem Büchlein kaum etwas Neues. Und auch für Berufstätige, die schon im Ausland gearbeitet haben, taugt das Buch nicht.